Array-CGH-Diagnostik

 

Bei der Array-CGH-Diagnostik handelt es sich um ein molekular-cytogenetisches Verfahren, mit dessen Hilfe Kopiezahl-Veränderungen im Genom nachgewiesen werden können.

Das Prinzip ist eine komparative genomische Hybridisierung (CGH; „Konkurrenzhybridisierung“), in deren Ergebnis Verluste oder Zugewinne genetischen Materials eines Patienten erfasst werden können.

Auf einem speziellen Glasobjektträger sind in der Art eines hochpräzisen Miniaturrasters DNA-Sonden aufgebracht (das „Array“). Auf dieses Array werden kleine, fluoreszenzmarkierte kopierte Stückchen der DNA eines Patienten sowie einer Kontroll-DNA hybridisiert. Diese verschieden markierten DNA-Kopien vom gesamten Genom „konkurrieren“ miteinander bei der Hybridisierungsreaktion. Ausgewertet wird das Verhältnis der Fluoreszenz der Kopien der Patienten-DNA verglichen mit denen der Kontroll-DNA. Haben beide im etwa gleichen Verhältnis hybridisiert, dann verzeichnet der Scanner (das Messgerät) eine gelbe Fluoreszenz. Ist an einer Position zu wenig Patienten-DNA vorhanden (Deletion), dann ist das Ergebnis eine rote Fluoreszenz; gibt es in einem Bereich zu viel Patienten-DNA (Zugewinn), dann wird eine grüne Fluoreszenz detektiert. Auf diese Art und Weise können Mikro-Deletionen und Mikro-Duplikationen im Genom eines Patienten nachgewiesen werden, die mit klassischen cytogenetischen Techniken nicht erkennbar sind. 

Die Array-CGH ist die Methode der Wahl, wenn bei Vorliegen eines unauffälligen Chromosomenbefundes submikroskopische Veränderungen im Genom zu vermuten sind. Darüber hinaus ist es möglich, Bruchpunkte bei (bekannten oder vermuteten) unbalancierten Umbauten im Genom genau zu charakterisieren.

Indikationen zur Array-CGH liegen vor, wenn bei einem Patienten eine geistige Behinderung in Kombination mit dysmorphologischen Merkmalen, eine Intelligenzminderung (IQ <70), eine tiefgreifende Entwicklungsstörung des Autismus-Formenkreises oder eine Fehlbildung und schwere Funktionsstörung des Gehirn festzustellen sind. Liegen postnatal bei einem Kind multiple angeborene Fehlbildungen oder dysmorphologische Merkmale vor, dann sind auch das Indikationen für eine Array-CGH-Analyse.

Wir verwenden in unserem Laborbereich Arrays der Firma BluGnome (Illumina Inc.), die mit ca. 180.000 Sonden bestückt sind (CytoChip ISCA 4x180K) und bei denen man eine besondere Sondendichte in ca. 500 Genen („ISCA-Gene“) vorfindet, die z.B. für Entwicklungsverzögerungen verantwortlich sind.

Ansprechpartner:

Dr. rer. nat. Monika Hagemann

wissenschaftliche Mitarbeiterin 

Tel.: 0049 (0) 345 557-4536