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Implementierung „Leitlinie evidenzbasierte Gesundheitsinformation“

Kurztitel

  •  IMLEGI

Förderzeitraum

  • 15.06.2018 – 14.12.2020

Leitung

Mitarbeiterinnen

Kooperationspartner

  • Gesundheitswissenschaften, MIN-Fakultät, Universität Hamburg

Förderung

  • Innovationsfonds (Versorgungsforschung)

Zusammenfassung (Studienprotokoll)

 

Hintergrund

 

Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen (EBGI) sind eine Voraussetzung für eine informierte und gemeinsame Entscheidungsfindung. Obwohl Qualitätskriterien für EBGI seit Jahren definiert sind, gelingt die Umsetzung in die Praxis derzeit nicht. 

Leitlinien können im Allgemeinen dazu beitragen, dass Qualitätskriterien berücksichtigt werden. Die „Leitlinie evidenzbasierte Gesundheitsinformation“ richtet sich an die Erstellerinnen und Ersteller von Gesundheitsinformationen und hat zum Ziel, die Qualität von Informationsmaterialien zu verbessern. Die evidenzbasierte Leitlinie wurde in einem Kooperationsprojekt zwischen der Universität Hamburg und dem Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) entwickelt und nach einer öffentlichen Konsultationsphase im Februar 2017 verabschiedet. Sie ist über die Webseite www.leitlinie-gesundheitsinformation.de öffentlich zugänglich.

Parallel zur Leitlinienentwicklung wurden die Kompetenzen von Informationserstellerinnen und -erstellern exploriert und ein fünftägiges Schulungsprogramm mit einem EbM-Trainingsmodul und einem Modul zur Nutzung der Leitlinie entwickelt.

 

Ziel dieser Studie ist, die Implementierung der „Leitlinie evidenzbasierte Gesundheitsinformation“ in Kombination mit einem Schulungsprogramm für die Erstellerinnen und Ersteller von Gesundheitsinformationen zu evaluieren. Es wird angenommen, dass die leitliniengestützte Entwicklung von EBGI mit ergänzender Schulung zu einer Qualitätsverbesserung der Informationsmaterialien im Vergleich zu Erstellungsprozessen ohne Schulung führt.

 

Methoden

 

Das methodische Vorgehen folgt dem Leitfaden des UK Medical Research Council (MRC) für die Entwicklung und Evaluation komplexer Interventionen. Zwischen Juni 2018 und Dezember 2020 wird 1) eine qualitative Pilotstudie und 2) eine randomisiert-kontrollierte Studie durchgeführt.

  1. Die fünftägige Schulung wird an ein Blended Learning-Format adaptiert und so um zwei Präsenztage verkürzt. Die vollständige Intervention wird in mind. 2 bis 3 Schulungen mit Erstellerinnen und Erstellern von Gesundheitsinformationen hinsichtlich Machbarkeit und Akzeptanz pilotiert und ggf. optimiert. Die Datenerhebung erfolgt über strukturierte Beobachtungen und Fokusgruppeninterviews, die Analyse in Anlehnung an die strukturierende qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring. 
  2. In die randomisiert-kontrollierte Studie werden 26 Erstellergruppen von Gesundheitsinformationen (je Gruppe ca. 1 bis 10 Personen) eingeschlossen, um die Intervention (Leitlinie & Schulung in einem Blended Learning-Format) mit der Standardversorgung (Leitlinie öffentlich zugänglich) zu vergleichen. Primärer Endpunkt ist der Grad der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen. Hierfür entwickelt jede Erstellergruppe im Rahmen der Studie eine EBGI zu einem selbstgewählten Thema. Ein Bewertungsinstrument, basierend auf der Leitlinie, wird im Rahmen des Projektes entwickelt und validiert. Das Instrument wird sowohl Kriterien bezogen auf den Erstellungsprozess der EBGI als auch Qualitätskriterien hinsichtlich relevanter Inhalte und Darstellungsweisen umfassen. Begleitend wird eine qualitative Prozessevaluation durchgeführt. 

Publikationen

  • Lühnen J, Albrecht M, Hanßen K, Hildebrandt J, Steckelberg A (2015): Leitlinie evidenzbasierte Gesundheitsinformation: Einblick in die Methodik der Entwicklung und Implementierung. Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen 109(2): 159-165. DOI: 10.1016/j.zefq.2015.03.004.