Nachwuchswissenschaftler in der Strahlentherapie erhält Graduierten-Stipendium über 8.000 Euro

Dekan Prof. Dr. Michael Gekle, Stipendiat Dr. Christian Ostheimer und Prodekan für Nachwuchsförderung, Prof. Dr. Michael Bucher
Foto: Zentrale Fotostelle UKH

Der Nachwuchswissenschaftler Dr. med. Christian Ostheimer hat ein mit 8.000 Euro dotiertes, einjähriges Graduiertenstipendium der „Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung“ erhalten. Die Urkunde dazu wurde dem Assistenzarzt an der Universitäts- und Poliklinik für Strahlenmedizin des Universitätsklinikums Halle (Saale) während der feierlichen Doktorandenverabschiedung im Löwengebäude der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) übergeben.

Ostheimer hat an der MLU Humanmedizin studiert. Seine Promotion auf dem Gebiet der Sauerstoffversorgung maligner Tumore in der Strahlentherapie schloss er mit dem Prädikat „summa cum laude“ ab. Seit April 2016 forscht Ostheimer in Halle im Rahmen des „Clinical Scientist Programms“ der Medizinischen Fakultät in seiner Habiltationsarbeit im Bereich der translationalen Radioonkologie zum Thema „Kombination von Radiotherapie und Immuntherapie“.

Derzeit absolviert der Arzt einen Forschungsaufenthalt am englischen „Oxford Institute of Radiation Oncology“. Dort untersucht er zellulaere Mechanismen der Tumorhypoxie in der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Ester Hammond und wird die letzte Phase seiner Habilitation abschließen.

Neben der klinischen und experimentellen Forschung ist Ostheimer sehr engagiert im akademischen Bereich, u.a. ist er Sprecher der Nachwuchsgruppe der deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) und Vertreter der deutschen Nachwuchsradioonkologen in der „European Organisation for Research and Treatment of Cancer“ (EORTC). Seine Publikationsleistung vbeträgt aktuell 15 Artikel in nationalen beziehungsweise internationalen wissenschaftlichen Fachjournalen als Erst- bzw. Co-Autor. „Das Stipendium wird nun in meine Forschungsarbeit einfließen“, sagt Ostheimer.

Das Stipendium diene als Instrument der Leistungsanerkennung und Motivationssteigerung des wissenschaftlichen Nachwuchses, heißt es seitens der geldgebenden Stiftung. Es richte sich an jüngere Forscher, die noch am
Anfang ihrer wissenschaftlichen Karriere stehen, aber bereits durch herausragende
Leistungen auf sich aufmerksam gemacht haben.

Dr. Christian Ostheimer ist der zweite Stipendiat der Stiftung an der Medizinischen Fakultät Halle, im kommenden Jahr wird noch eine dritte Nachwuchswissenschaftlerin oder ein Nachwuchswissenschaftler in den Genuss der Förderung kommen, heißt es aus dem Prodekant für Nachwuchsförderung der Medizinischen Fakultät. Damit zählt die hallesche Fakultät zu den fünf von der Stiftung ausgewählten, die drei Jahre in Folge das einjährige Stipendium vergeben können.

Mediziner erhalten Preis für Arbeit über den Zusammenhang von Parodontitis von kardiovaskulären Erkrankungen

Eine Forschergruppe der halleschen Universitätspoliklinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie und der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Halle (Saale) ist in Dresden den „DG Paro meridol Preis 2017“ verliehen worden.

apl. Prof. Stefan Reichert (3. v. l.) ist einer der Preisträger.
Foto: DG Paro

Mit dem 2. Platz in der Kategorie Grundlagenforschung ist eine Arbeit unter Federführung des Internisten apl. Prof. Dr. Axel Schlitt (KIM III des UKH und Paracelsus Harz-Klinik Bad Suderode) und des Parodontologen apl. Prof. Dr. Stefan Reichert (Zahnerhaltungskunde und Parodontologie) ausgezeichnet worden. Sie wurde unter dem Titel “Periodontal conditions and incidence of new cardiovascular events among patients with coronary vascular disease“ im Journal of Clinical Periodontology  (doi: 10.1111/jcpe.12611) publiziert.

In der Studie wurden 1002 stationäre Patienten mit koronarer Herzerkrankung parodontologisch untersucht und insgesamt drei Jahre hinsichtlich erneuter kardiovaskulärer Ereignisse (kombinierter Endpunkt: Herzinfarkt, Schlaganfall/TIA, kardialer Tod) beobachtet. Hatten die Patienten eine schwere Parodontitis, das heißt mehr als 30 Prozent der Zähne waren von einem schweren Attachmentverlust betroffen, so war die Inzidenz des kombinierten Endpunktes erhöht (18,9 Prozent versus 14,2 Prozent).

Weiterhin waren die Anzahl fehlender Zähne sowie eine Blutung beim Sondieren der Zahnfleischtaschen mit einem erhöhten Risiko für weitere kardiovaskuläre Ereignisse assoziiert. Eine Zahnpflege mehr als einmal pro Tag sowie die Pflege der Zahnzwischenräume mit Zahnseide/Interdentalbürsten verminderte dagegen dieses Risiko. Nach Adjustierung für traditionelle Risikofaktoren waren die ermittelten Assoziationen jedoch nicht mehr signifikant. Ob Patienten mit einer KHK von einer parodontalen Therapie profitieren könnten, soll in einer Interventionsstudie geprüft werden.

Der DG Paro-Preis wird jährlich von der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DGParo) zusammen mit der GABA GmbH vergeben. Ausgezeichnet werden die besten wissenschaftlichen Publikationen auf dem Gebiet der Parodontologie und angrenzender Disziplinen, die im Zeitraum von einem Jahr in einem internationalen wissenschaftlichen Journal veröffentlicht wurden. Eine unabhängige internationale Jury wählte in zwei Kategorien (1. Grundlagenforschung, 2. Klinische Studie) die Preisträger.

„Paper of the Year Award 2017“ der Anatomischen Gesellschaft an Professor Dr. Dr. Horst Claassen verliehen

Vom 22. Bis zum 22. September 2017 fand im Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität Würzburg die 112. Versammlung der Anatomischen Gesellschaft statt. Die diesjährige Versammlung war dem Andenken an den 200. Geburtstag des bekannten Würzburger Anatomen Rudolf Albert von Koelliker gewidmet.

Urkunde „Paper of the Year Award 2017“

Nach Beendigung des offiziellen Vortragsteils am Freitag, dem 22.09.17, wurde Herrn Professor Dr. Dr. Horst Claassen vom Institut für Anatomie und Zellbiologie der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg der „Paper of the Year Award 2017“ der Anatomischen Gesellschaft verliehen. Die Auszeichung erfolgte für die im Journal of Histochemistry & Cyochemistry, Band 65, 2017 erschienene Originalarbeit mit dem Titel „Different patterns of cartilage mineralization analyzed by comparison of human, porcine, and bovine laryngeal cartilages“. Diese Arbeit war einige Monate zuvor schon zum „Paper of the Month“ des Monats Mai 2017 gewählt worden. Jetzt wurde unter 12 „Papers of the month“ das „Paper of the Year“ ausgewählt. Wahlberechtig waren alle auf der 112. Jahresversammlung der Anatomischen Gesellschaft anwesenden Mitglieder. Die Überreichung des Preises erfolgte durch die amtierende Vorsitzende der Anatomischen Gesellschaft, Frau Professor Dr. Kerstin Krieglstein, derzeit gleichzeitig Dekanin der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Öffentlicher Vortrag an der Leopoldina zu 50 Jahren Herztransplantation

„50 Jahre Herztransplantation – Rückblick und Ausblick“ heißt ein öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Bruno Reichart, der am Donnerstag, dem 28. September, von 18 bis 19 Uhr in der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Jägerberg 1, in Halle gehalten wird. Prof. Dr. Anne Navarrete Santos vom Institut für Anatomie und Zellbiologie der Medizinischen Fakultät der Universität Halle, die vor Ort die Veranstaltung im Rahmen eines EU-Meetings in der Leopoldina organisiert, lädt dazu die interessierte Öffentlichkeit ein.

Reichart gilt als einer der Pioniere der Herztransplantation und ist ein renommierter Forscher auf diesem Gebiet. Er hat im Jahr 1981 seine erste Herztransplantation und im Jahr 1983 als erster in Deutschland eine Herz-Lungen-Transplantation durchgeführt. Der Bundesverdienstkreuzträger war bis 2012 Vorstand des DFG-Sonderforschungsbereichs „Xenotransplantation“ und ist seit 2012 Koordinator des transregionalen DFG-Sonderforschungsbereichs für „Biologie der xenogenen Zell- und Organtransplantation“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

In seinem Vortrag wird Bruno Reichart aus persönlicher Sicht, informativ und spannend über die Entwicklung der Herztransplantation referieren. „Reichert ist wie kein anderer kompetent darin, die Geschichte der Herzchirurgie zu erzählen und dem erstaunten Zuhörer einen Ausblick zu geben, wie die Entwicklung in der Herztransplantation weitergehen wird“, sagt Prof. Navarrete Santos.

Der Vortrag wird in deutscher Sprache gehalten und für ausländische Zuhörer simultan auf Englisch übersetzt.

Wissenschaftliches Symposium anlässlich des 65. Geburtstages des Anatomen Professor Dr. Dr. Horst Claassen

Prof. Claassen vor dem Institut für Pathologie

Anlässlich seines 65. Geburtstags am 14. September 2017 hat Professor Dr. Dr. Horst Claassen vom Institut für Anatomie und Zellbiologie der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zu einem wissenschaftlichen Symposium mit anschließendem festlichem Essen eingeladen.

Der Vortragsteil fand am 16. September 2017 im Großen Hörsaal des Instituts für Pathologie statt. Die Beiträge der eingeladenen Redner spiegelten die Forschungsschwerpunkte von Professor Claassen wider. Nach der Begrüßung eröffnete Claassen den wissenschaftlichen Teil mit einem Vortrag zum „Einfluß von Östrogenen auf den Gelenkknorpel“. Wichtigstes Ergebnis war, daß Knorpel abbauende Enzyme, die sogenannten Matrix-Metalloproteinasen, unter dem Einfluss physiologischer Östrogendosen supprimiert werden. Continue reading

Dissertationspreis für Doktorandin des Instituts für Medizinische Soziologie

Irene Moor

Irene Moor forscht seit Jahren zusammen mit Professor Dr. Matthias Richter am Institut für Medizinische Soziologie der Medizinischen Fakultät der Universität Halle zum Thema Jugendgesundheit. Die Doktorandin hat mit ihrer Dissertation, die sie im Rahmen und auf Datengrundlage der HBSC-Studie aus bis zu fünf Jahren (1994, 1998, 2002, 2006, 2010) verfasst hat, nun den 2. Platz beim Innovationspreis zum Thema „Armut und Gesundheit“ der BBK Süd erhalten. Der Innovationspreis ist insgesamt mit 5.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Thementages Gesundheit in Frankfurt/Main statt.

Ziel ihrer Doktorarbeit war die Beschreibung gesundheitlicher Ungleichheiten im Jugendalter im Zeitverlauf sowie die Erklärung gesundheitlicher Ungleichheiten durch materielle, psychosoziale und verhaltensbezogene Faktoren zu analysieren. Denn, so begründet Moor: „Soziale Ungleichheiten in der Gesundheit von Heranwachsenden haben maßgeblichen Einfluss auf die zukünftigen Gesundheitschancen. Das Monitoring dieser Ungleichheiten ist essentiell, um zu überprüfen, ob sich Problemlagen weiter verschärfen oder ob bisherige (sozial-)politische Maßnahmen zur Verringerung dieser Ungleichheiten Wirkung zeigen. Dabei müssen Maßnahmen bei den Ursachen der Ungleichheiten ansetzen, v.a. haben sich materielle, psychosoziale und verhaltensbezogene Faktoren als zentrale Ansätze erwiesen.“

In ihrer Dissertation ist sie zu dem Ergebnis gekommen, dass sich „sowohl in Deutschland als auch im europäischen und nordamerikanischen Raum […] gesundheitliche Ungleichheiten im Jugendalter [zeigen], die in den letzten zwei Jahrzehnten in der Mehrheit der betrachteten europäischen Länder konstant geblieben sind bzw. sich in einigen Ländern vergrößert haben. Materielle, psychosoziale und verhaltensbezogene Faktoren können einen großen Teil der gesundheitlichen Ungleichheiten im Jugendalter erklären. Den materiellen Lebensumständen wird die größte Relevanz zugeschrieben, da diese nicht nur direkt auf die Gesundheit wirken, sondern auch indirekt über psychosoziale Faktoren und das Gesundheitsverhalten.“

 

Finale einer 135-jährigen Geschichte: Zahnklinik der halleschen Universitätsmedizin wird am neuen Standort eingeweiht

Das Durchschneiden des Bandes im studentischen Behandlungssaal durch Ministerpräsident Reiner Haseloff markierte die offizielle Einweihung der neuen Zahnklinik.
Fotos: Fotostelle UKH

Kurz vor halb 6 am Abend ist der große Moment gekommen: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff greift zur Schere, fordert die beiden Studentinnen auf „rutscht ran hier“ und durchschneidet begleitet vom Klicken der Kameras das glänzend-rote Band. Die hallesche Zahnklinik ist damit am neuen Standort auf dem Medizin-Campus Steintor in der Magdeburger Straße offiziell eingeweiht. Der feierliche Akt setzte den Schlussakzent an eine nervenaufreibende Zeit.

2012 ist das Schicksalsjahr für die hallesche Zahnklinik gewesen. Ein großer Wasserschaden am alten Standort in der Großen Steinstraße führte zu der Frage: Wie soll es weitergehen? Dass diese zu einer existenziellen Bedrohung für die gesamte hallesche Universitätsmedizin werden sollte, machte die kommende Zeit aufreibend, weckte aber auch den Kampfgeist, der 2013 unter dem Motto „Halle bleibt!“ sichtbar wurde.

Daran erinnerten der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Halle (Saale) PD Dr. Thomas Klöss, Ministerpräsident Haseloff, der Dekan der Medizinischen Fakultät Prof. Dr. Michael Gekle, der Vizepräsident der sachsen-anhaltischen Zahnärztekammer Dipl.-Stom. Maik Pietsch, die Präsidentin der Ärztekammer Dr. Simone Heinemann-Meerz und der Chef des Departments für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Prof. Dr. Hans-Günter Schaller in ihren Reden. Continue reading

Hallenser Wissenschaftler richten Vorsymposium zum Kongress für Nephrologie 2017 in Mannheim aus

„Partizipation, Lebensqualität und Ökonomie bei PD und HD – Lehren aus dem ‚Coreth‘-Projekt“: Unter diesem Titel steht das Vorsymposium zum diesjährigen Kongress für Nephrologie der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie, der vom 14. bis 17. September in Mannheim stattfindet.

Das Vorsymposium befasst sich mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt „Coreth“ unter Federführung der Universitätsmedizin Halle (Saale). Darin wurde unter anderem untersucht, welche Gründe zu den Entscheidungen von Patienten mit sogenanntem endgradigen Nierenversagen für eine der beiden Dialyseformen – Peritonealdialyse (PD) oder Hämodialyse (HD) – als Nierenersatztherapie geführt haben. Coreth ist aus dem englischen Projekttitel Choice of Renal Replacement Therapy (deutsch: Wahl der Nierenersatztherapie) abgeleitet.

Das Vorsymposium beginnt 13 Uhr mit der Begrüßung und Einleitung von Professor Dr. Matthias Girndt, Direktor der Klinik für Innere Medizin II am Universitätsklinikum Halle (Saale), der das Coreth-Projekt zusammen mit Professor Dr. Wilfried Mau, Direktor des Instituts für Rehabilitationsmedizin der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, geleitet hat.

Im Anschluss (ab 13.10 Uhr) folgt die Vorstellung der Forschungsergebnisse in einem Vortrag von Denise Neumann. Zwei Wissenschaftler von der Medizinischen Hochschule Hannover, Professor Dr. Christian Krauth und Carina Oedingen, erläutern dann die ökonomische Perspektive der beiden Dialyse-Verfahren.

Um 13.50 Uhr geht es um die „Patientenedukation bei der Verfahrenswahl“ anhand von Erfahrungen aus Spanien, über die Professor Dr. Vedat Schwenger vom Klinikum Stuttgart referiert.

An die Vorträge schließt sich dann eine Podiumsdiskussion an (ab 14.10 Uhr), die von Professor Dr. Wilfried Mau geleitet wird. Daran beteiligen sich neben allen genannten Referenten auch Dominik Alscher von der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie, Peter Gilmer vom Bundesverband Niere und Werner Riegel von der Deutschen Nierenstiftung.

Das Vorsymposium endet dann mit dem Schlusswort von Prof. Girndt (14.55 Uhr).

Hintergrund ist, dass sich in 95 Prozent der Fälle die Patienten für eine Behandlung mittels Hämodialyse (HD), umgangssprachlich Blutwäsche, in einem Dialyse-Zentrum statt für die Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse, PD) entscheiden, die aufgrund der selbstständigen Behandlung mehr Unabhängigkeit mit sich bringt. Die Forscher wollten im Projekt „Coreth“ herausfinden, warum dies so ist, denn keines der Verfahren ist laut den Wissenschaftlern dem anderen überlegen. Diese so wichtige Entscheidung wird, so fanden die Wissenschaftler heraus, in den meisten Fällen nicht von den Betroffenen selbst, sondern für sie getroffen. Die behandelnde Nephrologien bzw. der behandelnde Nephrologe spielen eine große Rolle im Prozess. Eine bessere Patientenpartizipation und -information und somit eine individueller getroffene gemeinsame Entscheidung mit den behandelnden Ärzten trage aber zu einer langfristigeren Behandlungszufriedenheit bei, haben die Wissenschaftler ermittelt. Letzteres war bislang unerforscht und somit unbekannt.

Weitere Informationen unter: http://nephrologie2017.aey-congresse.de/start.html

Polnische Famulanten und armenische Professorin sind zu Gast in Halle

Die Universitätsmedizin Halle (Saale), und insbesondere die Universitäts- und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, sind derzeit Gastgeber für Studierende aus Polen sowie eine Professorin aus Armenien.

Wie in jedem Jahr seit 2005 sind auch in diesem Medizin-Studierende aus dem polnischen Poznań (Posen) für einen Monat im Rahmen ihrer Famulatur in Halle und wurden von Prof. Stefan Plontke, Direktor der HNO-Klinik, und dem Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Michael Gekle, begrüßt. Bis 29. September durchlaufen Jakub Kramek, Jan Szymczak und Anita Kaczmarek mehrere Stationen im Universitätsklinikum Halle (Saale). Die Famulatur ist ein Teil des Studiums.

Die polnischen Famulanten wurden von Prof. Stefan Plontke (links), Dr. Tomasz Banisch (2.v.r.) und Prof. Michael Gekle (rechts) begrüßt.
Fotos: Fotostelle UKH

„Die drei Studierenden hatten vorher einige Wünsche geäußert und wir haben versucht, diese bestmöglich im Einsatzplan umzusetzen“, sagt Prof. Plontke. Er ist seit zwei Jahren Beauftragter der Medizinischen Fakultät für die Zusammenarbeit Halle-Poznań.

So werden die Studierenden des 4. beziehungsweise 5. Studienjahres in den Kliniken für Viszerale, Gefäß- und Endokrine Chirurgie (Prof. Dr. Jörg Kleeff), Dermatologie und Venerologie (Prof. Dr. Cord Sunderkötter), Radiologie (Prof. Dr. Dr. Walter A. Wohlgemuth), Innere Medizin I (Prof. Dr. Patrick Michl) und Innere Medizin III (Prof. Dr. Ulrich Hofmann), Pädiatrie I (PD. Dr. Roland Haase) und Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin (Prof. Dr. Michael Bucher) sowie im Department für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie (Prof. Dr. Karl-Stefan Delank) mitarbeiten und praktische Erfahrungen sammeln. Außerdem besuchen sie in den ersten beiden Wochen täglich einen Deutschkurs. Auch in diesem Jahr engagiert sich Prof. Albert Krause und unternimmt mit den Gästen eine Tour durch Halle sowie eine Fahrt nach Weimar.

Zum dreizehnten Mal absolvieren polnische Studierende am halleschen Universitätsklinikum ihre Famulatur. Insgesamt waren seit 2005 mehr als 70 polnische Medizinstudierende in Halle zu Gast.

1975 initiierten der mittlerweile verstorbene Professor Dr. Dr. h. c. Jan Hasik aus Poznań und Professor Dr. Dr. h. c. Seige aus Halle die Zusammenarbeit zwischen der Medizinischen Universität „Karol Marcinkowski“, Poznań und der Medizinischen Fakultät Halle. Seither treffen sich die Wissenschaftler zudem alle zwei Jahre wechselseitig bei Symposien in Poznań und Halle, um Forschungsergebnisse auszutauschen.

Associate Professor Sona Sargsyan arbeitet in Halle an einem Sprachverstehen-Test auf Armenisch.

Bereits zum zweiten Mal für einen dreimonatigen Aufenthalt ist Associate Professor Sona Sargsyan von der Staatlichen Universität Jerewan in Armenien an der Klinik zu Gast. Die Hals-Nasen-Ohrenärztin forscht gemeinsam mit halleschen Kollegen an einem Sprachhörtest in ihrer Muttersprache. „So etwas gibt es bisher in Armenien nicht, es entsteht also völlig neues Material für die Diagnostik von Hörstörungen. Und es wird Zeit dafür“, sagt sie. Doch nicht nur den Menschen in Armenien helfe dieser Test, sondern allen weltweit, die Armenisch als Muttersprache haben. Sargsyan nennt es die „armenische Diaspora“.

Es gehe darum, das Hör- und Sprachvermögen zu testen, um den Bedarf von Hörhilfen zu ermitteln oder beispielsweise Hörgeräte besser zu programmieren. „Es geht darum herauszufinden, wie gut Menschen Sprache verstehen. Wir nutzen dazu einzelne Wörter und Zahlen, aber auch komplette Sätze. Solche Tests gab es bisher nicht“, sagt sie. Damit könne getestet werden, ob Hörstörungen vorliegen und welche das seien. Solche Tests gebe es für Kinder und Erwachsene, im hiesigen Fall sei er aber zunächst für Erwachsene konzipiert.

Daher werde der Hörtest neben einer geräuschlosen auch in einer geräuschvollen Umgebung durchgeführt. „Es kommt häufig vor, dass Menschen vor allem dann Probleme haben, wenn es um sie herum laut ist oder viele Geräusche zusammenkommen“, erklärt Sargsyan. Zunächst werde der vorläufige Test an der HNO-Klinik am halleschen Universitätsklinikum durchgeführt und wenn sie zurückkehre dann auch in Armenien.

Erstmals war Prof. Sargsyan 2013 über den DAAD in Halle, hatte an einem Forschungsprojekt mitgearbeitet und war an einer Publikation mit den halleschen Kollegen beteiligt. „Sie war uns damals schon positiv aufgefallen“, sagt apl. Prof. Torsten Rahne. Seitdem ist der Kontakt zwischen Halle und Jerewan nicht abgerissen. Rahne besuchte im vergangenen Jahr Sargsyans Universität in Armenien und hat dort Kurse gegeben. „Es ist uns wichtig, Ländern zu helfen, die es nicht so gut haben“, sagt Rahne, der auch im aktuellen Fall das Projekt leitet, an dem Sargsyan arbeitet. „Ich erhalte von Prof. Rahne und Prof. Plontke sehr viel Unterstützung. Und ich als Spezialistin bin dem DAAD für diese einzigartige Chance sehr dankbar, denn damit kann ich auch die Behandlung der Menschen in Armenien verbessern“, sagt die junge Frau, die neben ihrer Muttersprache auch Russisch und Englisch spricht und nun noch Deutsch lernt.

Sie könne sich auch sehr gut einen weiteren Besuch in Deutschland vorstellen, denn: „Die Kollegen hier sind hochqualifiziert und ich kann für mein Fachgebiet viel lernen“.

Proteinzentrum Halle: Ministerin Wanka übergibt Forschungsbau

Sie hatten sichtlich Spaß bei der Schlüsselübergabe (von links): Rektor Udo Sträter, Milton Stubbs, Bundesministerin Johanna Wanka und Finanzminister André Schröder
Foto: Uni Halle/Maike Glöckner

Die schwarze Fassade ist frisch geputzt und glänzt im Sonnenschein. Bauzäune sind einem neuen Parkplatz gewichen und vor dem Gebäude sind Bänke und Tische aufgebaut. Schließlich gab es an diesem 28. August etwas zu feiern: Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka hat das fertiggestellte Proteinforschungszentrum „Charles Tanford“ an die Uni Halle übergeben.

Bei bestem Sommerwetter empfing der Rektor der Uni Halle Prof. Dr. Udo Sträter die Bundesbildungsministerin vor dem Neubau am Weinberg-Campus. Zahlreiche Gäste waren zu der feierlichen Übergabe gekommen, etwa Abgeordnete des Deutschen Bundestags, des Landtags, Vertreter aus den Ministerien und der außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Halle – und natürlich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die künftig im Proteinzentrum arbeiten werden. Im ansonsten noch recht kahlen Eingangsbereich informierten sie auf Postern über ihre Forschungsarbeit.

In seiner kurzen Begrüßung dankte Rektor Sträter allen, die den Bau ermöglicht und unterstützt hatten. Seine Anerkennung galt vor allem dem ehemaligen Rektor Prof. Dr. Wulf Diepenbrock, dem ehemaligen Kanzler Dr. Martin Hecht und von Seiten der Wissenschaftler Prof. Dr. Elmar Wahle vom Institut für Biochemie und Biotechnologie. Denn ihrer Initiative ist der Neubau erwachsen. „Die Übergabe steht ganz im Zeichen des 200-jährigen Jubiläums der Vereinigung der Universitäten Halle und Wittenberg. Denn bisher hat die Universität zu jedem großen Jubiläum einen Neubau fertig gestellt“, sagte Sträter. So wurden 1904 zum 200-jährigen Jubiläum der Universität Halle das Melanchthonianum und 2002 zum 500-jährigen Bestehen der Universität Wittenberg das Auditorium Maximum errichtet.

Nach dem Rektor übernahm Bundesministerin Johanna Wanka das Wort und hob die Leistungen der halleschen Universität hervor: „Um von Bund und Ländern für einen Forschungsneubau gefördert zu werden, muss dort Spitzenleistung erbracht werden. Es spricht also für die Leistungsfähigkeit Halles, dass sich der Bau in der Bewerbung durchsetzen konnte.“ Halle habe sich in den letzten Jahren zu einem international sichtbaren Standort für Proteinforschung entwickelt, so die Ministerin. Aus ihrer Sicht sei der Standort am Weinberg-Campus ein großer Vorteil für das Zentrum. Zum einen befinde sich das Zentrum in unmittelbarer Nähe zu den naturwissenschaftlichen Instituten und zum anderen sei im Gebäude aufgrund der kurzen Wege die Vernetzung nun noch einfacher. Continue reading