Virtuelle Patienten helfen beim Erlernen des Diagnostizierens

Es war ein Testballon, doch der kam ausgesprochen gut an. 30 hallesche Medizin-Studierende haben sich damit befasst, bei zwei Patienten herauszufinden, welche Erkrankung diese haben könnten und dafür Behandlungsstrategien zu entwickeln. Und zwar anhand von virtuellen Patientenfällen, die in Nordamerika erstellt wurden und auf einer englisch-sprachigen Internet-Plattform präsentiert werden.

VirtualPatientsFederführend bei dem Projekt war Oberarzt Jens Walldorf von der Universitäts- und Poliklinik für Innere Medizin I (Direktor Prof. Dr. Patrick Michl). „Es gab zwei Gründe für die Idee. Einmal ergab sich das Projekt aus dem Aufbaustudium Master of Medical Education und zum zweiten bestand der Wunsch nach Veränderungen in der Lehre an der Medizinischen Fakultät Halle“, erklärt er.

Das heißt im Detail, dass Oberarzt Walldorf im Rahmen seines Studiums Projekte bearbeiten sollte, die sich mit der Verbesserung der Lehre beschäftigen, und er hat sich für das Thema „Virtuelle Patienten“ entschieden. „Das ist in Halle bisher unterrepräsentiert und wird aktuell nur an etwa der Hälfte der deutschen Medizinischen Fakultäten angeboten“, erklärt Walldorf. Das liege unter anderem daran, dass es aufwendig und teuer sei, realistische Fälle so aufzubereiten, dass diese sinnvoll verwendet werden können, aber auch daran, dass diskutiert worden sei, ob ein solches Angebot die Lehre voranbringe. Continue reading

Leichtathleten Rico Freimuth und Cindy Roleder sind für die Wissenschaft gelaufen

Mit Rico Freimuth und Cindy Roleder haben heute zwei Profi-Leichtathleten ihre Laufdaten für die Wissenschaft zur Verfügung gestellt. Sie haben an einer Studie von PD Dr. René Schwesig teilgenommen, in der die Laufstile von Profis und Freizeitsportlern analysiert werden. Ursprünglich war außerdem die Siebenkämpferin Jennifer Oeser eingeladen, die jedoch wegen eine Fußverletzung nicht dabei sein konnte.

Gemessen wird unter anderem, wie der Fuß aufgesetzt wird und wie die Körperhaltung ist. Dabei zeigt sich, dass der Laufstil je nach Geschwindigkeit, aber auch je nach Leistungslevel des Probanden unterschiedlich sein kann. Das ist einerseits bezüglich der Kraftnutzung spannend, aber auch und vor allem wegen der Belastung der Gelenke und damit eines möglichen Verletzungsrisikos.

Frei nach dem Motto „Ladies first“ ging zunächst Cindy Roleder auf das Laufband – und wie jeder andere Proband der Studie startete sie mit 10 km/h. Mit individuellen Erholungspausen dazwischen wird die Geschwindigkeit stufenweise bis auf 24 km/h erhöht.

Roleder_Laufband

Cindy Roleder wird auf den Test vorbereitet, im Hintergrund wartet Rico Freimuth auf seinen Einsatz.

Nachdem auch Rico Freimuth alle Stufen durchlaufen hatte, wurden die Daten gleich grob ausgewertet. Die detaillierte Auswertung wird dann Trainer Wolfgang Kühne ausgehändigt.

René Scchwesig erläutert die Daten. Cindy Roleder und Trainer Wolfgang Kühne hören interessiert zu.

René Schwesig (blaues Shirt) erläutert die Daten. Cindy Roleder und Trainer Wolfgang Kühne hören interessiert zu.

Die Daten von Rico Freimuth und Cindy Roleder dienen nun neben denen der weiteren Probanden auch dazu, eine Referenzdatenbank zu erstellen. Mit den beiden erfolgreichen Leichtathleten – Freimuth gewann bei der Weltmeisterschaft in Peking Bronze im Zehnkampf, Roleder Silber über 100 Meter Hürden – haben insgesamt rund 400 Menschen an der Studie teilgenommen.

Und weil die beiden auch vom Space Curl, einem Therapie- und Trainingsgerät, so fasziniert waren, durften sie noch eine Runde Astronaut sein und ihre Körperspannung testen. Und selbst hier blieb der Wettkampfgedanke nicht außen vor. Rico wettete, dass Cindy ohne Hilfe keinen Überschlag schafft. Sie nahm die Herausforderung an – und gewann …

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Deutschlandweite Leukämie-Studie ist unter der Leitung des Universitätsklinikums Halle (Saale) gestartet

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist nach wie vor eine schwierig zu behandelnde, bösartige Krebserkrankung des blutbildenden Systems. Viele Patienten sprechen zunächst gut auf die Therapie an, erleiden dann aber einen Rückfall und bedürfen weiterer intensiver Therapie oder einer Stammzelltransplantation, um die Chancen auf Heilung zu erhöhen. Hervorgerufen wird dieser Rückfall von Leukämiestammzellen, die sich im Knochenmark in einer Nische verstecken können und gegen die erste Chemotherapie resistent waren.Tumorstammzelle mit Umgeb. 2

Ärztinnen und Ärzte an 25 deutschen Kliniken untersuchen nun im Rahmen der sogenannten „BLAST“-Studie ein neues Medikament, das gezielt die Leukämiezellen und Leukämie-Stammzellen angreift. Die Leitung der Studie hat Professor Dr. Carsten Müller-Tidow, Direktor der Klinik für Innere Medizin IV und Leiter des Landeszentrums für Zell- und Gentherapie am Universitätsklinikum Halle (Saale), inne. Continue reading

„SILNE-R“ – Universitätsmedizin Halle an europäischer Studie zum Rauchverhalten von Jugendlichen beteiligt

Was die Pisa-Studie für die Bildung ist, sind die „SILNE“-Studien für das Rauchen bei Kindern und Jugendlichen. Im Oktober beginnt dazu erneut eine großangelegte, europaweite Befragung zum Thema Rauchen, die den Titel „SILNE-R“ trägt. SILNE steht für Smoking Inequalities – Learning from Natural Experiments.

Prof. Matthias Richter leitet die SILNE-R-Studie für Deutschland.

Prof. Matthias Richter leitet die SILNE-R-Studie für Deutschland.

Untersucht werden soll dabei unter anderem, wie Programme und Strategien gegen das Rauchen auf nationaler, Gemeinde- und Schulebene in sieben Ländern umgesetzt wurden, wie sie sich in den einzelnen Ländern unterscheiden und wie sie das Rauchverhalten in bei Kindern und Jugendlichen beeinflusst haben. Auch politische Entscheidungsträger, Experten und Praktiker sollen befragt werden. Angelegt ist die Studie als Folgeprojekt der ersten SILNE Studie auf drei Jahre. Sie wird im Rahmen des Horizon2020-Programms der Europäischen Union mit rund drei Millionen Euro gefördert. Davon erhält Halle rund 360.000 Euro. Continue reading