Finale einer 135-jährigen Geschichte: Zahnklinik der halleschen Universitätsmedizin wird am neuen Standort eingeweiht

Das Durchschneiden des Bandes im studentischen Behandlungssaal durch Ministerpräsident Reiner Haseloff markierte die offizielle Einweihung der neuen Zahnklinik.
Fotos: Fotostelle UKH

Kurz vor halb 6 am Abend ist der große Moment gekommen: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff greift zur Schere, fordert die beiden Studentinnen auf „rutscht ran hier“ und durchschneidet begleitet vom Klicken der Kameras das glänzend-rote Band. Die hallesche Zahnklinik ist damit am neuen Standort auf dem Medizin-Campus Steintor in der Magdeburger Straße offiziell eingeweiht. Der feierliche Akt setzte den Schlussakzent an eine nervenaufreibende Zeit.

2012 ist das Schicksalsjahr für die hallesche Zahnklinik gewesen. Ein großer Wasserschaden am alten Standort in der Großen Steinstraße führte zu der Frage: Wie soll es weitergehen? Dass diese zu einer existenziellen Bedrohung für die gesamte hallesche Universitätsmedizin werden sollte, machte die kommende Zeit aufreibend, weckte aber auch den Kampfgeist, der 2013 unter dem Motto „Halle bleibt!“ sichtbar wurde.

Daran erinnerten der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Halle (Saale) PD Dr. Thomas Klöss, Ministerpräsident Haseloff, der Dekan der Medizinischen Fakultät Prof. Dr. Michael Gekle, der Vizepräsident der sachsen-anhaltischen Zahnärztekammer Dipl.-Stom. Maik Pietsch, die Präsidentin der Ärztekammer Dr. Simone Heinemann-Meerz und der Chef des Departments für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Prof. Dr. Hans-Günter Schaller in ihren Reden. Continue reading

Polnische Famulanten und armenische Professorin sind zu Gast in Halle

Die Universitätsmedizin Halle (Saale), und insbesondere die Universitäts- und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, sind derzeit Gastgeber für Studierende aus Polen sowie eine Professorin aus Armenien.

Wie in jedem Jahr seit 2005 sind auch in diesem Medizin-Studierende aus dem polnischen Poznań (Posen) für einen Monat im Rahmen ihrer Famulatur in Halle und wurden von Prof. Stefan Plontke, Direktor der HNO-Klinik, und dem Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Michael Gekle, begrüßt. Bis 29. September durchlaufen Jakub Kramek, Jan Szymczak und Anita Kaczmarek mehrere Stationen im Universitätsklinikum Halle (Saale). Die Famulatur ist ein Teil des Studiums.

Die polnischen Famulanten wurden von Prof. Stefan Plontke (links), Dr. Tomasz Banisch (2.v.r.) und Prof. Michael Gekle (rechts) begrüßt.
Fotos: Fotostelle UKH

„Die drei Studierenden hatten vorher einige Wünsche geäußert und wir haben versucht, diese bestmöglich im Einsatzplan umzusetzen“, sagt Prof. Plontke. Er ist seit zwei Jahren Beauftragter der Medizinischen Fakultät für die Zusammenarbeit Halle-Poznań.

So werden die Studierenden des 4. beziehungsweise 5. Studienjahres in den Kliniken für Viszerale, Gefäß- und Endokrine Chirurgie (Prof. Dr. Jörg Kleeff), Dermatologie und Venerologie (Prof. Dr. Cord Sunderkötter), Radiologie (Prof. Dr. Dr. Walter A. Wohlgemuth), Innere Medizin I (Prof. Dr. Patrick Michl) und Innere Medizin III (Prof. Dr. Ulrich Hofmann), Pädiatrie I (PD. Dr. Roland Haase) und Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin (Prof. Dr. Michael Bucher) sowie im Department für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie (Prof. Dr. Karl-Stefan Delank) mitarbeiten und praktische Erfahrungen sammeln. Außerdem besuchen sie in den ersten beiden Wochen täglich einen Deutschkurs. Auch in diesem Jahr engagiert sich Prof. Albert Krause und unternimmt mit den Gästen eine Tour durch Halle sowie eine Fahrt nach Weimar.

Zum dreizehnten Mal absolvieren polnische Studierende am halleschen Universitätsklinikum ihre Famulatur. Insgesamt waren seit 2005 mehr als 70 polnische Medizinstudierende in Halle zu Gast.

1975 initiierten der mittlerweile verstorbene Professor Dr. Dr. h. c. Jan Hasik aus Poznań und Professor Dr. Dr. h. c. Seige aus Halle die Zusammenarbeit zwischen der Medizinischen Universität „Karol Marcinkowski“, Poznań und der Medizinischen Fakultät Halle. Seither treffen sich die Wissenschaftler zudem alle zwei Jahre wechselseitig bei Symposien in Poznań und Halle, um Forschungsergebnisse auszutauschen.

Associate Professor Sona Sargsyan arbeitet in Halle an einem Sprachverstehen-Test auf Armenisch.

Bereits zum zweiten Mal für einen dreimonatigen Aufenthalt ist Associate Professor Sona Sargsyan von der Staatlichen Universität Jerewan in Armenien an der Klinik zu Gast. Die Hals-Nasen-Ohrenärztin forscht gemeinsam mit halleschen Kollegen an einem Sprachhörtest in ihrer Muttersprache. „So etwas gibt es bisher in Armenien nicht, es entsteht also völlig neues Material für die Diagnostik von Hörstörungen. Und es wird Zeit dafür“, sagt sie. Doch nicht nur den Menschen in Armenien helfe dieser Test, sondern allen weltweit, die Armenisch als Muttersprache haben. Sargsyan nennt es die „armenische Diaspora“.

Es gehe darum, das Hör- und Sprachvermögen zu testen, um den Bedarf von Hörhilfen zu ermitteln oder beispielsweise Hörgeräte besser zu programmieren. „Es geht darum herauszufinden, wie gut Menschen Sprache verstehen. Wir nutzen dazu einzelne Wörter und Zahlen, aber auch komplette Sätze. Solche Tests gab es bisher nicht“, sagt sie. Damit könne getestet werden, ob Hörstörungen vorliegen und welche das seien. Solche Tests gebe es für Kinder und Erwachsene, im hiesigen Fall sei er aber zunächst für Erwachsene konzipiert.

Daher werde der Hörtest neben einer geräuschlosen auch in einer geräuschvollen Umgebung durchgeführt. „Es kommt häufig vor, dass Menschen vor allem dann Probleme haben, wenn es um sie herum laut ist oder viele Geräusche zusammenkommen“, erklärt Sargsyan. Zunächst werde der vorläufige Test an der HNO-Klinik am halleschen Universitätsklinikum durchgeführt und wenn sie zurückkehre dann auch in Armenien.

Erstmals war Prof. Sargsyan 2013 über den DAAD in Halle, hatte an einem Forschungsprojekt mitgearbeitet und war an einer Publikation mit den halleschen Kollegen beteiligt. „Sie war uns damals schon positiv aufgefallen“, sagt apl. Prof. Torsten Rahne. Seitdem ist der Kontakt zwischen Halle und Jerewan nicht abgerissen. Rahne besuchte im vergangenen Jahr Sargsyans Universität in Armenien und hat dort Kurse gegeben. „Es ist uns wichtig, Ländern zu helfen, die es nicht so gut haben“, sagt Rahne, der auch im aktuellen Fall das Projekt leitet, an dem Sargsyan arbeitet. „Ich erhalte von Prof. Rahne und Prof. Plontke sehr viel Unterstützung. Und ich als Spezialistin bin dem DAAD für diese einzigartige Chance sehr dankbar, denn damit kann ich auch die Behandlung der Menschen in Armenien verbessern“, sagt die junge Frau, die neben ihrer Muttersprache auch Russisch und Englisch spricht und nun noch Deutsch lernt.

Sie könne sich auch sehr gut einen weiteren Besuch in Deutschland vorstellen, denn: „Die Kollegen hier sind hochqualifiziert und ich kann für mein Fachgebiet viel lernen“.

15. Juli: Countdown für die Bewerbung für den Studiengang „Evidenzbasierte Pflege“ läuft

Noch bis zum 15. Juli kann man sich für den primärqualifizierenden Bachelorstudiengang „Evidenzbasierte Pflege“ bewerben. Dieses deutschlandweit einzigartige Studium wird an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg seit vergangenem Jahr ganz neu angeboten. Studienbeginn ist das Wintersemester 2017/2018.

Es winken zwei Abschlüsse: einerseits der Bachelor of Science (B.Sc.) und andererseits der Berufsabschluss als Gesundheits- und Krankenpfleger/in. Die Ausbildung, sowohl im Studium als auch in der Praxis, erfolgt dabei unter dem Dach der Medizinischen Fakultät und damit auf akademischem Niveau. Für die Praxisphasen am Universitätsklinikum Halle (Saale) wird eine Aufwandsentschädigung gezahlt. Des Weiteren können Studierende beispielsweise Ausbildungsförderung (Bafög) beantragen.

Mit ihrem Wissen können die Absolventen andere Pflegekräfte anleiten, Literatur und Forschungsberichte kritisch hinterfragen sowie Patientinnen und Patienten kompetent unterstützen. Continue reading

Wissenschaftlerinnen informieren sich über interprofessionelles Lernen in Schweden

Pflegewissenschaftlerin Dr. Christiane Luderer und Ärztin Christiane Ludwig von der Universitätsmedizin Halle (Saale) haben vor einiger Zeit die Gelegenheit gehabt, an einer viertägigen Studienreise der Robert Bosch Stiftung nach Schweden teilzunehmen, um die dortige Lernkultur und didaktische Konzepte zum interprofessionellen Lernen kennenzulernen. Die Reise fand im Rahmen des Projektverbundes „Operation Team“ statt, in dem Projekte gefördert werden, die das Interprofessionelle Lernen in den Gesundheitsberufen in verschiedenen didaktischen Ansätzen und Settings etablieren.

Eines der geförderten Projekte, GReTL 2.0, wird gemeinsam von Vertretern verschiedener Gesundheitsberufe der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums Halle umgesetzt. Unter dem Projektnamen GReTL verbirgt sich die Abkürzung „Gesundheitsberufe im reflexiven und transformativen Lernen“. Das Ziel des am Dorothea-Erxleben-Lernzentrum Halle etablierten Projektes besteht darin, angehende Pflegende und Mediziner/innen in gemeinsamen Lernstationen auf die zukünftige Zusammenarbeit vorzubereiten. Sie sollen die jeweiligen Zuständigkeiten der Gesundheitsberufe in Einzelfallbearbeitungen erkennen und auf andere Praxissituationen übertragen.

Auch das Karolinska-Institut in Schweden wurde für einen Vortrag besucht. (Foto: privat)

Mit dem Ziel des persönlichen Erfahrungsaustauschs besuchten die Projektmitarbeiterinnen verschiedene Gesundheitseinrichtungen der stationären und ambulanten Versorgung in Stockholm, mehrere Ausbildungsstationen und Hochschulen. Auch die Aual Medica des renommierten Karolinska-Instituts war für einen Vortrag von und den Austausch mit den Expertinnen für interprofessionelles Lernen, Margaretha Forsberg Larm und Maria Kvarnström darunter.

„Mich hat die extreme Wertschätzung der interprofessionellen Lehre seitens aller Berufsgruppen und die motivierend-freundliche Lernkultur enorm beeindruckt. Ich empfand die ehrlichen Einblicke in die Zusammenarbeit der schwedischen Kolleginnen und Kollegen als sehr angenehm“, sagt Dr. Luderer, die derzeit mit der wissenschaftlichen Projektkoordination von GReTL beauftragt ist. Christiane Ludwig ergänzt: „Diese Wertschätzung ist auch in der täglichen klinischen Praxis fühlbar gewesen, es gibt ganz andere Rahmenbedingungen für die klinische Arbeit als in Deutschland. Dies erleichtert auch die interprofessionelle Zusammenarbeit.“ Continue reading

Hallesches Promotionskolleg vergibt erstmals vier Stipendien

Studierende der Medizin und Zahnmedizin in Halle aufgepasst: Die Medizinische Fakultät vergibt wieder Promotionsstipendien für das Hallesche Promotionskolleg Medizin (HaPKoM). Erstmals stehen in der kommenden Förderperiode, die am 1. Oktober beginnt, sogar vier Stipendien zur Verfügung. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Juni 2017.

Voraussetzungen für die Bewerbung um ein Stipendium sind hervorragende Studienleistungen, das heißt mindestens die Note „gut“, sowie ein Promotionsthema in einem der beiden Schwerpunkte der Medizinischen Fakultät: Molekulare Medizin der Signaltransduktion oder Epidemiologie und Pflegeforschung.

Das Stipendium erfordert zudem eine zwölfmonatige Freistellung vom Studium. Dafür wird eine exzellente und strukturierte Betreuung geboten und erhalten die Stipendiaten im Zeitraum der Freistellung monatlich 650 Euro. Der Sinn: die „zeitgerechte Erstellung einer hochwertigen Promotionsarbeit“, heißt es dazu aus dem Prodekanat für Nachwuchsförderung.

Des Weiteren sind im Stipendium eine einmalige Projektpauschale von 2.000 Euro sowie bis zu 500 Euro für die aktive Teilnahme an wissenschaftlichen Fachtagungen enthalten.

Weitere Informationen sind im Prodekanat für Nachwuchsförderung erhältlich sowie unter folgendem Link: Promotionsstipendium

Medizinische Fakultät der Universität Halle stellt ihre Studiengänge beim „HIT 2017“ vor

Beratung beim HIT 2016 (Foto: Markus Scholz)

Die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) präsentiert sich am Sonnabend, 1. April, von 9 bis 15 Uhr mit verschiedenen Angeboten auf dem Hochschulinformationstag 2017 rund um den Universitätsplatz.

So werden die einzelnen Studiengänge in Vorträgen vorgestellt. Den Anfang macht Prof. Dr. Hans-Günter Schaller, der im Hörsaal XXII des Audimax den Studiengang Zahnmedizin vorstellt. Dieses Studium ist in Sachsen-Anhalt nur in Halle möglich und Prof. Schaller erklärt, warum es sich lohnt, Halle als Studienort bei der Stiftung für Hochschulzulassung anzugeben.

Um 11 Uhr schließt sich an gleicher Stelle der Vortrag von Prof. Dr. Oliver Thews an, der den Studiengang Medizin vorstellt. Um 14 Uhr Continue reading

Erfolgsmodell „Klasse Allgemeinmedizin“ verzeichnet die ersten Absolventen

„Mein Ziel war es schon, später eine eigene Praxis zu haben“, sagt Adrian Ebert. Doch dass es einmal eine für Allgemeinmedizin werden würde, war dem 25 Jahre alten Absolventen der Medizinischen Fakultät in Halle nicht von vornherein klar. Was ihn davon überzeugt hat? Ein besonderes Projekt der Medizinischen Fakultät in Halle: die „Klasse Allgemeinmedizin“. Das Medizinstudium wird dabei um ein allgemeinmedizinisches Curriculum ergänzt. Dazu gehört, dass die Studierenden zwei Tage pro Semester in einer Hausarztpraxis mitarbeiten und über das gesamte Studium einen praktizierenden Hausarzt als Mentor an ihrer Seite haben.

Adrian Ebert hat mit dem ersten Jahrgang 2011 angefangen und gehört zu den ersten zehn Absolventen, die nun in ihr Praktisches Jahr gestartet sind oder es in den kommenden Wochen noch werden. 2011 hatten 20 Studierende in dem Projekt angefangen. „Vier gehen ins Praktische Jahr, die anderen sechs bereiten sich gerade auf ihre Prüfungen vor. Die Verzögerung kommt unter anderem durch Auslandsaufenthalte oder Schwangerschaften zustande“, sagt Susanne Mittmann, eine der Projektverantwortlichen.

Gleichzeitig ist auch in diesem Semester wieder ein neuer Jahrgang mit 20 Studierenden an den Start gegangen und es gab auch noch drei Nachrücker, die in den Jahrgang 2014 aufgenommen wurden. „Insgesamt haben wir nun 102 angehende Hausärztinnen und Hausärzte in der Klasse Allgemeinmedizin“, so Susanne Mittmann. Continue reading

Virtuelle Patienten helfen beim Erlernen des Diagnostizierens

Es war ein Testballon, doch der kam ausgesprochen gut an. 30 hallesche Medizin-Studierende haben sich damit befasst, bei zwei Patienten herauszufinden, welche Erkrankung diese haben könnten und dafür Behandlungsstrategien zu entwickeln. Und zwar anhand von virtuellen Patientenfällen, die in Nordamerika erstellt wurden und auf einer englisch-sprachigen Internet-Plattform präsentiert werden.

VirtualPatientsFederführend bei dem Projekt war Oberarzt Jens Walldorf von der Universitäts- und Poliklinik für Innere Medizin I (Direktor Prof. Dr. Patrick Michl). „Es gab zwei Gründe für die Idee. Einmal ergab sich das Projekt aus dem Aufbaustudium Master of Medical Education und zum zweiten bestand der Wunsch nach Veränderungen in der Lehre an der Medizinischen Fakultät Halle“, erklärt er.

Das heißt im Detail, dass Oberarzt Walldorf im Rahmen seines Studiums Projekte bearbeiten sollte, die sich mit der Verbesserung der Lehre beschäftigen, und er hat sich für das Thema „Virtuelle Patienten“ entschieden. „Das ist in Halle bisher unterrepräsentiert und wird aktuell nur an etwa der Hälfte der deutschen Medizinischen Fakultäten angeboten“, erklärt Walldorf. Das liege unter anderem daran, dass es aufwendig und teuer sei, realistische Fälle so aufzubereiten, dass diese sinnvoll verwendet werden können, aber auch daran, dass diskutiert worden sei, ob ein solches Angebot die Lehre voranbringe. Continue reading

Mediziner-Jahrgang 2016 verabschiedet – Anlass, um Bilanz zum Medizinstudium zu ziehen

Absolventen_MedFak_2017_GrpFoto_mailDas Examen ist geschafft und damit auch das „schier endlose Medizinstudium“, wie es Prof. Dr. Oliver Thews mit ein wenig Mitleid in der Stimme nannte. Er hielt am vergangenen Samstag im Löwengebäude der Universität die Festrede zur feierlichen Verabschiedung des Mediziner-Jahrgangs 2016. Zunächst hatte aber der Dekan der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg das Wort und begrüßte nach einem musikalischen Einstieg des Fakultätsorchesters die Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Medizin.

Wenn man es so will, stand die Feier unter einem Motto, das im Grußwort, aber auch in der Festrede zum Ausdruck kam: Dem Wandel des Medizinstudiums, der sich seit einigen Jahren vollzieht, aber nach wie vor und mehr denn je aktuell ist. So sind beispielsweise die 199 Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2016 die ersten in Halle gewesen, die nach einem neuen Curriculum im klinischen Abschnitt ausgebildet wurden. Doch das ist nur ein kleiner, lokaler Baustein, der sich in einen größeren Komplex einfügt. Continue reading

New York, Rio, Tokio? New York, Halle, Kyoto!

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Im Anatomie-Hörsaal sitzen die halleschen Teilnehmer des Konferenz-Gesprächs.

Drei Bilder sind auf der großen weißen Leinwand im Hörsaal des halleschen Instituts für Anatomie und Zellbiologie zu sehen. Bewegte Bilder, die junge Menschen zeigen – Medizinstudierende, um genau zu sein. Denn das, was über die große Leinwand zu sehen ist, ist ein Conference Call von Studierenden aus Halle, New York City und Kyoto, die über das Internet miteinander kommunizieren. Die Bilder zeigen einen Seminarraum der Columbia University New York, einen weiteren der Medizinschen Universität im japanischen Kyoto und das dritte den halleschen Anatomie-Hörsaal selbst.

Der Conference Call bildete den Abschluss eines Projektes, das Anatomie-Professorin Dr. Heike Kielstein vor einiger Zeit mit ihrer New Yorker Kollegin Annette Wu ins Leben gerufen hat. Dabei haben Medizinstudierende in New York und Halle gleichzeitig ihren Präparierkurs absolviert. Beide Universitäten verfügen noch über klassische Präparationskurse, die zwar in unterschiedlicher Reihenfolge, aber im gleichen Zeitraum an beiden Einrichtungen stattfinden. Die Columbia sei zudem ebenfalls an einer Internationalisierung interessiert, so die Direktorin des halleschen Anatomie-Instituts. Continue reading