Tumorimmunologie-Experten treffen sich in Halle zum 13. „TIMO“-Kongress

Wenn sich weltweit anerkannte Tumorforscher in Halle treffen, dann ist wieder „TIMO“-Zeit. Zum mittlerweile 13. Mal findet vom 4. bis zum 6. Mai der Kongress „Tumor Immunology meets Oncology“ statt, der mit großem Engagement von Professorin Dr. Barbara Seliger, Direktorin des Institutes für Medizinische Immunologie der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg organisiert wird.

Mehr als 130 Teilnehmer tauschen sich in einem umfangreichen Vortragsprogramm über die neuesten Erkenntnisse in der Tumorforschung aus. Die Vortragenden kommen dabei aus insgesamt zwölf Ländern: neben national und international anerkannten Experten aus Deutschland nehmen wie in den Jahren zuvor auch Spitzenforscher aus den USA, Kanada, Israel, Schweden, Norwegen und Dänemark, aber auch der Schweiz und Italien an dieser vielbeachteten Veranstaltung teil. Neu dabei sind Wissenschaftler aus Äthiopien.

Dabei wird die Brücke zwischen grundlagenorientierter, translationaler sowie klinischer Forschung geschlagen. Auch diesmal stehen Themen wie „Immune Escape“, also Mechanismen, die zum Versagen der Immunüberwachung führen können, die Rolle von Immuneffektor- beziehungsweise immunsuppressiven Zellen und die unmittelbare Modulation der Tumorumgebung im Fokus der Veranstaltung. Außerdem werden aus klinischer Sicht sowohl über Erfahrungen als auch über die Weiterentwicklung immuntherapeutischer Strategien bei verschiedenen Krebsformen diskutiert. „Denn obwohl es seit kurzem vielversprechende Immuntherapien für verschiedene Tumorentitäten gibt, zu denen Brustkrebs, Lungenkrebs, Dickdarmkrebs, Nierenkrebs oder Melanome zählen, ist noch einiges zu tun, um die Therapie-Effektivität zu steigern und der aufkommenden Resistenzproblematik beziehungsweise den ‚Immune escape‘-Mechanismen erfolgreich entgegenwirken zu können“, sagt Prof. Seliger.

Zum „TIMO XIII“ gehört auch, dass Nachwuchswissenschaftler in einem eigens für sie geschaffenen Workshop-Programm die Möglichkeit haben, sich und ihre Forschung einem internationalen Fachpublikum vorzustellen. „Es handelt sich dabei um Nachwuchsforscher, die bereits hervorragend publiziert haben und die nächste, vielversprechende Generation von Tumorforschern darstellen“, sagt Prof. Seliger. Zudem wird dieses Jahr den Nachwuchsforschern erstmalig die Gelegenheit zur Präsentation ihrer wissenschaftlichen Daten im Rahmen einer Postersitzung geboten. „Diese ist dem großen Andrang geschuldet und wir haben damit die Möglichkeit, dass sich auch diejenigen präsentieren können, die keinen Vortrag halten“, erklärt Prof. Seliger. Die drei besten Poster werden am Ende mit Preisen ausgezeichnet, ebenfalls gibt es eine Prämierung des besten Workshop-Sprechers.

„Besonders freue ich mich, dass ich Alberto Mantovani aus Italien als Keynote-Sprecher gewinnen konnte. Er ist eine Koryphäe in der Tumorimmunologie und hat eine Vielzahl von nationalen und internationalen Preisen gewonnen. Dabei ist unter anderem 2016 der renommierte Robert Koch Preis in Deutschland zu nennen“, sagt Prof. Seliger. Er werde über tumor-assoziierte Makrophagen (Fresszellen) sprechen. Diese seien einfach gesprochen die „bösen“ Makrophagen und dienen als prognostische Tumormarker in Blut und Gewebe. Es gebe aber die Möglichkeit, dass man diese wieder in „gute“ Makrophagen umwandeln könne.

Aber auch bei allen anderen Vortragenden handele es sich um „hervorragende Wissenschaftler“, so Prof. Seliger. Sie selbst werde über den Interferon-Signalweg referieren, der ein spannendes Thema sei. „Die Therapieresistenz von Immuntherapien hängt mit dem Interferon-Signalweg zusammen.“.

Unterstützt wird der „TIMO“-Kongress unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Stadt Halle und der Society for Immunotherapy of Cancer.

Wissenschaftler veröffentlichen Grundlagenforschung zur Funktionsweise eines zellulären Ionenkanals im Journal PNAS

An schwerwiegenden Krankheitsbildern wie Arthrose oder Sepsis sind im Körper viele Prozesse beteiligt, vor allem aber Entzündungen, die zur Infektabwehr und Wundheilung notwendig, aber auch schmerzhaft sind. Für das Schmerzempfinden sind verschiedene Vorgänge im Körper verantwortlich. Hierbei ist unter anderem der sogenannte P2X7-Rezeptor beteiligt, ein Ionenkanal, der in der Zellmembran von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) vorkommt. Wie dieser funktioniert, haben Wissenschaftler der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Fritz Markwardt vom Julius-Bernstein-Institut für Physiologie der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg erforscht. Die Ergebnisse ihrer Grundlagenforschung sind im renommierten Journal Proceedings of the National Academy of Sciences in the United States (PNAS; doi: 10.1073/pnas.1610414114) veröffentlicht worden. 

„Der Ionenkanal ist ein entscheidender Rezeptor für die Aktivierung von Entzündungsprozessen und registriert das sogenannte Adenosintriphosphat (ATP), das bei entzündlichen Prozessen und Verletzungen in den Extrazellulärraum ausgeschüttet wird und das deshalb als Gefahrensignal bekannt ist“, erklärt Prof. Markwardt. Dieses Signal, sorge dafür, dass sich der Ionenkanal wie ein Tor öffne und kleine Ionen wie Natriumionen (Na+), Calciumionen (Ca2+) und Kaliumionen (K+) durchtreten lasse. „Wir haben herausgefunden, welcher Teil des P2X7R-Proteins dafür zuständig ist. Das war so bisher nicht genau erforscht“, so Markwardt weiter. Durch die Öffnung der Ionenkanalpore werden Signalkaskaden aktiviert, die zur Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen führen und somit den Entzündungsprozess aktivieren. Es seien aber auch fundamentale Zweifel an der bisherigen Vermutung aufgekommen, dass sich die kleine Ionenkanalpore aufgrund langdauernder Anwesenheit des Gefahrensignals ATP erweitere, um größere Moleküle durchzulassen, wie es in der Publikation heißt. „Zumindest unter unseren experimentellen Bedingungen hat sich die Erweiterung der Pore nicht als Eigenschaft des P2X7-Rezeptors bestätigt“, sagt der Physiologe. 

Der Ionenkanal ist laut Markwardt ein „kleiner Baustein“ und einer von vielen, die bei Entzündungen und Schmerzreaktionen involviert sind, aber das bessere Verständnis über seine Funktionsweise könne dazu beitragen, neue entzündungshemmende oder Schmerzmedikamente zu entwickeln. 

Forschungspreise an Hörforscher der halleschen Uni-HNO-Klinik verliehen

Auf der 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie (DGA) in Aalen sind die Hörforscher Medizinphysikerin Laura Fröhlich und Audiologie-Professor Dr. Torsten Rahne von der Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Halle (Saale) mit Forschungspreisen der Deutschen Gesellschaft für Audiologie ausgezeichnet worden.

Prof. Dr. Torsten Rahne erhielt den Meyer-zu-Gottesberge-Preis und damit die höchste Ehrung, die die Deutsche Gesellschaft für Audiologie einem aktiven Forscher auf der Höhe seiner Schaffenskraft verleihen kann. In seiner Laudatio hob sein früherer Kollege Roland Mühler (Magdeburg) Rahnes besondere Verdienste um die Verbindung von experimenteller Grundlagenforschung und klinischer Forschung hervor. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und Prof. Dr. Alf Meyer zum Gottesberge gewidmet, der sich der Innenohrforschung und der Mittelohrchirurgie wegweisend widmete. Die Deutsche Gesellschaft für Audiologie (DGA) vergibt den Meyer-zum-Gottesberge-Preis für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Hörforschung. Für die Auszeichnung vorgeschlagen werden können Nachwuchswissenschaftler und Ärzte, die in den vergangenen Jahren wichtige Arbeiten auf dem Gebiet der Hörforschung in deutscher, französischer oder englischer Sprache publiziert haben.

Torsten Rahne (Jahrgang 1979) hat in Magdeburg Physik studiert und wurde dort sowie in New York zur Beeinflussung der Hörwahrnehmung durch visuelle Signale promoviert. Seit 2008 ist er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Universitätsklinikum Halle (Saale) tätig und habilitierte sich dort 2012. 2015 wurde er zum außerplanmäßigen Professor für experimentelle und klinische Audiologie und Neurootologie ernannt. Er ist als international gefragter und anerkannter Wissenschaftler bereits Träger einiger weiterer Forschungspreise.

Laura Fröhlich wurde mit dem mit 500 Euro dotierten Nachwuchs-Forschungspreis für den besten Vortrag während des Junior-Symposiums der internationalen Konferenz geehrt. Laura Fröhlich (Jahrgang 1991) hat an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Medizinische Physik studiert und arbeitet derzeit an ihrer Promotion im Bereich der Hörforschung an der Universitätsmedizin Halle (Saale). Sie absolvierte einen Forschungsaufenthalt an der Chalmers University of Technology in Göteborg und arbeitet an Forschungsprojekten im Bereich aktiver Hörimplantat und wurde für ihre Arbeit bereits mit einem weiteren Preis ausgezeichnet.

Tumorforscher Martin S. Staege ist neuer Section Editor des Fachgebiets Onkologie der Fachzeitschrift „Medicine“

Martin S. Staege, Leiter des Forschungslabors der halleschen Universitäts- und Poliklinik Staege_snipfür Pädiatrie I (Kinder- und Jugendmedizin), ist für das Fachgebiet Onkologie zum Section Editor der Fachzeitschrift „Medicine“ ernannt worden.

Die Aufgabe des außerplanmäßigen Professors (apl. Prof.) der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist dabei beispielsweise, im Fall von widersprüchlichen Gutachten zu einem Paper im Rahmen des Peer-Review-Verfahrens aus fachlicher Sicht ein abschließendes Urteil zu fällen, ob diese wissenschaftliche Arbeit in der Zeitschrift veröffentlicht wird. Der Sektion Onkologie gehören laut eigenen Angaben der Zeitschrift „Medicine“ mehr als 50 Editoren an.

„Ich betrachte die Ernennung auch als Wertschätzung meiner eigenen Arbeit auf dem Gebiet der Krebsforschung sowie als Bestätigung der internationalen Sichtbarkeit des onkologischen Forschungsschwerpunktes der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg“, sagt apl. Prof. Staege.

Die seit 1922 erscheinende Zeitschrift des Verlages Wolters Kluwer veröffentlicht Artikel aus verschiedenen medizinischen Fachgebieten. Es erscheinen wöchentlich Originalarbeiten, für die eventuell zugrundeliegende Experimente mit höchsten technischen und ethischen Standards durchgeführt und die zuvor einem Peer-Review-Verfahren unterzogen wurden. „Medicine“ wird seit 2013 ausschließlich online und seit 2015 als sogenannte Open-Access-Publikation herausgegeben.

Virtuelle Patienten helfen beim Erlernen des Diagnostizierens

Es war ein Testballon, doch der kam ausgesprochen gut an. 30 hallesche Medizin-Studierende haben sich damit befasst, bei zwei Patienten herauszufinden, welche Erkrankung diese haben könnten und dafür Behandlungsstrategien zu entwickeln. Und zwar anhand von virtuellen Patientenfällen, die in Nordamerika erstellt wurden und auf einer englisch-sprachigen Internet-Plattform präsentiert werden.

VirtualPatientsFederführend bei dem Projekt war Oberarzt Jens Walldorf von der Universitäts- und Poliklinik für Innere Medizin I (Direktor Prof. Dr. Patrick Michl). „Es gab zwei Gründe für die Idee. Einmal ergab sich das Projekt aus dem Aufbaustudium Master of Medical Education und zum zweiten bestand der Wunsch nach Veränderungen in der Lehre an der Medizinischen Fakultät Halle“, erklärt er.

Das heißt im Detail, dass Oberarzt Walldorf im Rahmen seines Studiums Projekte bearbeiten sollte, die sich mit der Verbesserung der Lehre beschäftigen, und er hat sich für das Thema „Virtuelle Patienten“ entschieden. „Das ist in Halle bisher unterrepräsentiert und wird aktuell nur an etwa der Hälfte der deutschen Medizinischen Fakultäten angeboten“, erklärt Walldorf. Das liege unter anderem daran, dass es aufwendig und teuer sei, realistische Fälle so aufzubereiten, dass diese sinnvoll verwendet werden können, aber auch daran, dass diskutiert worden sei, ob ein solches Angebot die Lehre voranbringe. Continue reading

Wissenschaftspreis der Unimedizin Göttingen für halleschen Juniorprofessor Tony Gutschner

27.1.2017 UMG Verleihung Wirtschaftspreis Hörsaal 55

Juniorprofessor Dr. Tony Gutschner bei seinem Vortrag zur Verleihung des Wissenschaftspreises der Universitätsmedizin Göttingen am 27. Januar 2017.
Foto: UMG

Juniorprofessor Dr. rer. nat.Tony Gutschner hat am heutigen Freitag als einer von zwei Nachwuchswissenschaftler den Wissenschaftspreis der Universitätsmedizin Göttingen erhalten. Der Preis wurde zum ersten Mal verliehen und ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Die Peter Jochimsen Stiftung für internationale Wissenschaftsprojekte hat den Preis gestiftet. Die zweite Preisträgerin ist Dr. Lena-Christin Conradi von der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Göttingen. Das Geld geht zu gleichen Teilen an die Preiträger.

Wie die Universitätsmedizin Göttingen mitteilt, richtet sich der Preis an „herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, die das 35. Lebensjahr nicht überschritten haben und wegweisende Ergebnisse auf dem Gebiet der Grundlagenforschung erzielt haben.“ Der thematische Schwerpunkt der Ausschreibung habe im Jahr 2016 auf dem Gebiet der onkologischen Erkrankungen gelegen.

Als Festredner war Dr. Michael Boutros vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg eingeladen und sprach zum Thema „Lesen und Schreiben im Genom“.

Zum DKFZ hat Preisträger Jun.-Prof. Gutschner ebenfalls eine persönliche Verbindung, denn hier wurde er 2012 promoviert. Als Postdoc arbeitete er danach von 2012 bis 2013 im Labor von Prof. Dr. Sven Diederich im DKFZ. Von 2013 bis 2016 forschte er am MD Anderson Cancer Center in Houston, Texas, USA, bevor zum seit 1. Januar 2017 als neuer Juniorprofessor für RNA-Biologie an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität, seiner alten Alma Mater, berufen wurde.

27.1.2017 UMG Verleihung Wirtschaftspreis Hörsaal 55

Die beiden ersten Preisträger des Wissenschaftspreises der Universitätsmedizin Göttingen, Jun.-Prof. Dr. Tony Gutschner (2.v.l.) und Dr. Lena-Christin Conradi mit Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Dekan der Medizinischen Fakultät der Uni Göttingen (l.) und Prof. Dr. Peter Jochimsen, Vorsitzender des Kuratoriums der Peter Jochimsen Stiftung für internationale Wissenschaftsprojekte, die das Preisgeld gestiftet hat.
Foto: UMG

Die Presseankündigung der Universitätsmedizin Göttingen ist hier zu finden.

Guter Zucker, böser Zucker? Was Ernährung mit dem Altern zu tun hat

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Prof. Dr. Rüdiger Horstkorte Foto: Fotostelle UKH

„Wir brauchen Zucker“, sagt Professor Dr. Rüdiger Horstkorte und meint damit eher den Plural, also Zucker in allen möglichen Ausprägungen. Immerhin sei Zucker unter anderem ein wichtiger Energieträger, aber zum Beispiel auch bei der Etablierung von Nervenbahnen im Gehirn essentiell. „Wenn dort durch genetische Defekte Glykane, also Mehrfachzucker, fehlen, können schwerwiegende mentale Defekte die Folge sein. Das ist aber sehr selten“, sagt der Biologe, der am Institut für Physiologische Chemie (Direktor: Professor Dr. Guido Posern) forscht und lehrt. Ein Verteufeln von Zucker, wie es teilweise bei einigen Ernährungsweisen der Fall sei, sei nicht sinnvoll, sagt er deshalb. Ein maßvoller Umgang damit hingegen schon, vor allem mit zunehmendem Alter. Continue reading

Erster Platz beim Hugo-Junkers-Preis 2016 für hallesche Universitätsmedizin

Das Projekt „Energetische und immunologische Strategien beim Plattenepithelkarzinom“ der halleschen Universitätsmedizin hat den Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation 2016 in der Kategorie „Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung“ gewonnen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

hjp2016_wickenhauserseligereckertDas Projekt von Professorin Dr. Barbara Seliger, Professorin Dr. Claudia Wickenhauser und apl. Professor Dr. Dr. Alexander W. Eckert verbindet gleich drei Fachgebiete der Universitätsmedizin Halle (Saale), die sich aufgrund ihres wissenschaftlichen Hintergrunds hervorragend ergänzen.

Die Tumorforscherin und Direktorin des Instituts für Medizinische Immunologie der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Prof. Seliger, ist die Initiatorin des Projektes und beschäftigt sich seit Jahren mit den Mechanismen, wie sich Tumore der Immunantwort entziehen können. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund des Einsatzes von neuen Immuntherapien von großer klinischer Relevanz. „Die Überlegung war, zusammen mit Kollegen in Portland, Oregon, Tumore zu finden, die noch nicht so häufig diesbezüglich untersucht wurden und für die es aber eine gute Probenlage gibt“, sagt sie. Beides sei bei Tumoren in der Kopf-Hals-Region der Fall. Hier kommt nun apl. Prof. Eckert ins Spiel, kommissarischer Leiter der Universitäts- und Poliklinik für Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Halle (Saale), der eine umfangreiche Tumorbank für diese Art der Erkrankungen eingerichtet hat. Er war es auch, der das Projekt beim Hugo-Junkers-Preis angemeldet hat. „Ich habe in der Zusammenarbeit gemerkt, dass es ein sehr spannendes Projekt ist und vorgeschlagen, es einzureichen. Der Preis ist von wichtiger Bedeutung für die Universitätsmedizin Halle“, sagt er. Continue reading

„Mischen is possible“ – 4. Forschungstag an der Medizinischen Fakultät

Am 11. November 2016 findet der 4. Forschungstag der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg statt. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Interdisziplinarität: Mischen is possible!“

Die Ziele des Forschungstages sind es, alle Teilnehmer mittels Vorträgen über die wissenschaftlichen Kerngebiete der Fakultät zu informieren, den aktiven Austausch in Diskussionen und Poster-Präsentationen anzuregen und dadurch die Verbindungen zwischen den Schwerpunktbereichen der Fakultät – Molekulare Medizin der Signaltransduktion und Klinische Epidemiologie und Pflegeforschung – zu stärken.

Das Programm ist vollgepackt mit spannenden Themen. Es sieht drei Vortragssessions zu den Themen Alterns-, Herz-Kreislauf- und Tumorforschung sowie eine moderierte Postersession (alle Themen) vor. Für die Vorträge, die auf Deutsch oder auf Englisch gehalten werden können, sind jeweils 15 Minuten einschließlich Diskussion vorgesehen. Alle Teilnehmer des Forschungstages können zudem darüber abstimmen, welche drei Poster pro Forschungsschwerpunkt die besten sind. Es winken dafür Posterpreise zwischen 100 und 300 Euro.

Dekan Prof. Dr. Michael Gekle wird um 8.15 Uhr den 4. Forschungstag eröffnen. Die erste Session befasst sich dann mit dem Thema Alternsforschung. Danach folgen Postersession und Posterbegehung. Ab 12.45 Uhr beginnt die zweite Session, die der Herz-Kreislauf-Forschung gewidmet ist. Daran schließt sich um 14.15 Uhr die dritte Session zur Tumorforschung an. Den Abschluss bildet ab 15.30 Uhr die Verleihung der Posterpreise und ein Fazit vom Prodekan Forschung, Prof. Dr. Dirk Vordermark.

In der neuen Rubrik „Routiniers in der Forschung – Newcomers in Halle“ werden sich zudem Wissenschaftler vorstellen, die neu an die Fakultät gekommen sind.

Die Zahl der Vorträge und Poster ist begrenzt. Die Auswahl erfolgt nach Einsendung von Abstracts, die in englischer Sprache verfasst sein müssen und nicht mehr als 250 Wörter haben sollten – inklusive Titel, Autor und Einrichtung. Auch sollte vermerkt sein, ob ein Poster oder ein Vortrag präsentiert werden soll. Die Deadline für das Einreichen der Abstracts beim Prodekanat Forschung (per Mail an Dr. Tostlebe) ist der 20. Oktober.

Hoher Bedarf an Gesundheitsförderung und Prävention an nicht-gymnasialen Schulformen: HBSC-Jugendstudie der WHO liegt in nun gedruckter Form vor

CoverHBSC-BuchDie Ergebnisse der aktuellsten Befragung im Rahmen der WHO-Jugendstudie „Health Behaviour in School-aged Children“ (HBSC) haben für einiges Aufsehen gesorgt. Nun liegt der Abschlussbericht in gedruckter Form im Beltz-Juventa-Verlag vor (ISBN: 978-3-7799-1991-9). Insbesondere an Mitarbeiter in der (Schul-) Sozialarbeit, Lehrer und politische Entscheidungsträger richtet sich die Publikation.

Die Leitung der Studie in Deutschland liegt bei Medizinsoziologe Prof. Dr. Matthias Richter von der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der auch einer der Herausgeber des Buches ist. Prof. Richter sowie die wissenschaftliche Mitarbeiterin Irene Moor verantworten im gedruckten Abschlussbericht das Kapitel zum Substanzkonsum, das heißt zu Alkohol, Tabak und Cannabis, von Jugendlichen.

„Dabei ist herausgekommen, dass der Konsum von regelmäßigem Alkohol und alkoholbedingten Rauscherfahrungen bei Jungen und Mädchen erfreulicherweise zurückgegangen ist“, sagt Prof. Richter. Beim Thema Tabakkonsum wurde festgestellt, dass Jungen zum einen weniger regelmäßig rauchen als Mädchen, aber auch insgesamt weniger als vor der letzten Befragung vor vier Jahren. Dafür trinken sie allerdings mehr Alkohol als Mädchen. Waren es vor vier Jahren noch 27,6 Prozent der 15-jährigen Jungen und 14,8 Prozent der gleichaltrigen Mädchen, die wöchentlich zu Alkohol griffen, sind es jetzt 19,4  beziehungsweise 8,3 Prozent. Im Gegensatz dazu stieg der Cannabiskonsum im Vergleich zur vorherigen Befragung unter Jugendlichen an. Continue reading