Speed-Dating mit der Wissenschaft: 4. Kongress für Promovierende der Medizinischen Fakultät Halle

Alle zwei Jahre stehen die Doktorandinnen und Doktoranden der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Mittelpunkt. Dann bietet ihnen ein eigener Kongress die Möglichkeit, ihre Dissertationsthemen einem größeren Publikum zu präsentieren. Mittlerweile wird der Kongress für Doktorandinnen und Doktoranden zum vierten Mal veranstaltet. Das wissenschaftliche Programm findet am Freitag, dem 10. November ab 9.30 Uhr im Hörsaalgebäude (FG 5/6) am Universitätsklinikum Halle (Saale), Ernst-Grube-Straße 40, statt. Gäste und Interessierte sind willkommen.

„Der Kongress ist so organisiert wie eine offizielle wissenschaftliche Tagung, so dass die Doktoranden erfahren können, worauf es dabei ankommt“, erklärt der Prodekan für Nachwuchsförderung der Medizinischen Fakultät, Professor Dr. Michael Bucher. Das heißt, dass die Nachwuchswissenschaftlicher im Vorfeld kurze Zusammenfassungen ihrer Forschungsprojekte einreichen müssen, ihre Erkenntnisse auf wissenschaftlichen Postern abbilden oder Vorträge vorbereiten müssen, die sie vor ihren Mitstudierenden halten. So, wie es auf wissenschaftlichen Tagungen weltweit üblich ist.

Die insgesamt 92 Vorträge finden dabei in vier jeweils einstündigen Zeitabschnitten statt, wobei immer zwei Sessions parallel in den Hörsälen 1 und 2 stattfinden. Die Referate bilden dabei eine große Bandbreite der an der Medizinischen Fakultät angesiedelten Forschungsschwerpunkte Epidemiologie & Pflegeforschung sowie Molekulare Medizin der Signaltransduktion ab. Nach jeder Vortragssession findet dann im Foyer des Lehrgebäudes eine halbstündige Posterbesichtigung statt. Das genaue Programm und die Vortragsthemen sind hier (rechte Menüleiste, Punkt 5) zu finden. Die Vorträge und Poster werden zudem bewertet und die besten prämiert. Continue reading

Wissenschaftler stellen auf DGN-Kongress innovatives Konzept zur Entstehung von Multipler Sklerose vor

Multiple Sklerose (MS) ist bisher eine unheilbare Krankheit. Um jedoch eines Tages in der Lage zu sein, daran etwas zu ändern, muss mehr Kenntnis darüber herrschen, wodurch sie ausgelöst wird und warum.

„Bisher hat man vor allem den Ansatz verfolgt, dass es sich um eine Fehlleitung des Immunsystems handelt. Zahlreiche Befunde sprechen allerdings gegen die Auffassung, dass MS primär entzündlich entsteht. Vielmehr entwickeln sich Krankheitsherde über längere Zeit ohne Entzündung in Gehirn oder Rückenmark. Erst im Verlauf wandern Entzündungszellen im Sinne eines sekundären Krankheitsgeschehens aus dem Blut in die Krankheitsherde ein. Wir gehen davon aus und forschen dazu seit einigen Jahren, dass Hüllproteine von humanen endogenen Retroviren (HERV) als sogenannte „Superantigene“ der Auslöser der für MS typischen sekundären Entzündungsvorgänge im zentralen Nervensystem sind“, sagt Dr. Alexander Emmer von der Universitäts- und Poliklinik für Neurologie des Universitätsklinikums Halle (Saale). Zusammen mit apl. Professor Dr. Martin S. Staege, Leiter des Forschungslabors der Universitäts- und Poliklinik für Pädiatrie I, apl. Professor Dr. Malte Kornhuber vom Klinikum Sangerhausen und weiteren nationalen und internationalen Wissenschaftlern forscht er zu diesem Ansatz und zu Umweltfaktoren, die diese HERV aktivieren.

Grafik: UKH/Emmer

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Forschende stellen am 21. September Ergebnisse aus vier BMBF-Projekten zum Themenbereich „Pflege und Begleitung älterer Menschen“ vor

Die Sicherstellung einer angemessenen Pflege und Begleitung der älteren Menschen in Deutschland ist ein breit diskutiertes Thema. Das Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat hier eines seiner zentralen Forschungsgebiete. Gleich vier vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekte, die seit 2014 am Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft durchgeführt wurden, sind nun beendet. Dafür hatte das Institut vom BMBF rund 1,3 Millionen Euro erhalten.

Die Ergebnisse aller vier Projekte stellen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am 21. September 2017, von 10 bis etwa 16 Uhr, in einzelnen Vorträgen auf der Abschlussveranstaltung auf dem Medizin-Campus Steintor, Magdeburger Straße 24 (ehemalige Universitätsfrauenklinik) in Halle vor.

Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr mit der Begrüßung seitens der Institutsleiterin Frau Prof. Dr. Gabriele Meyer, die den gesamten Tag über zudem in moderierender Funktion agiert. Für alle Projektvorstellungen, die etwa 30 bis 45 Minuten dauern werden, ist jeweils auch Diskussionszeit vorgesehen, um den Austausch untereinander zu ermöglichen.

Um 10.30 Uhr folgt die erste Ergebnis-Präsentation zum Projekt „IMPRINT“, in dem es um die Vermeidung von freiheitseinschränkenden Maßnahmen in Pflegeheimen ging. Nach einer kurzen Pause schließt sich um 11.45 Uhr die Ergebnis-Präsentation zu „EPCentCare“ an, das die Reduktion von Antipsychotika in Pflegeheimen als Forschungsgegenstand hatte. Passend zum Weltalzheimertag folgen um 13.30 Uhr die Ergebnisse zum Projekt „Actifcare“, das Wege zur professionellen Unterstützung und Pflege bei Demenz untersucht hat und um 14.30 Uhr die Präsentation der Ergebnisse aus „JointConImprove“, einem Projekt, das die Verbesserung sozialer Teilhabe und Lebensqualität von Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern mit Gelenkkontrakturen, also Funktions- und Bewegungseinschränkungen, als Thema hatte.

Zu guter Letzt wird als Abschluss der Veranstaltung noch ein Ausblick gegeben, was zukünftig in diesem Forschungsbereich aus dem halleschen Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft zu erwarten ist, denn vielen der abgeschlossenen Projekte folgten weitere.

An der Veranstaltung am 21. September nehmen neben den an den Projekten beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pflegeheimen teil, die als Praxispartner involviert waren. Außerdem sind Vertreterinnen und Vertreter aus den Fachbereichen Gesundheit und Soziales der Stadt Halle angemeldet.

Weitere Informationen sind auf den Seiten des Institutes www.medizin.uni-halle.de/pflegewissenschaft erhältlich.

Polnische Famulanten und armenische Professorin sind zu Gast in Halle

Die Universitätsmedizin Halle (Saale), und insbesondere die Universitäts- und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, sind derzeit Gastgeber für Studierende aus Polen sowie eine Professorin aus Armenien.

Wie in jedem Jahr seit 2005 sind auch in diesem Medizin-Studierende aus dem polnischen Poznań (Posen) für einen Monat im Rahmen ihrer Famulatur in Halle und wurden von Prof. Stefan Plontke, Direktor der HNO-Klinik, und dem Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Michael Gekle, begrüßt. Bis 29. September durchlaufen Jakub Kramek, Jan Szymczak und Anita Kaczmarek mehrere Stationen im Universitätsklinikum Halle (Saale). Die Famulatur ist ein Teil des Studiums.

Die polnischen Famulanten wurden von Prof. Stefan Plontke (links), Dr. Tomasz Banisch (2.v.r.) und Prof. Michael Gekle (rechts) begrüßt.
Fotos: Fotostelle UKH

„Die drei Studierenden hatten vorher einige Wünsche geäußert und wir haben versucht, diese bestmöglich im Einsatzplan umzusetzen“, sagt Prof. Plontke. Er ist seit zwei Jahren Beauftragter der Medizinischen Fakultät für die Zusammenarbeit Halle-Poznań.

So werden die Studierenden des 4. beziehungsweise 5. Studienjahres in den Kliniken für Viszerale, Gefäß- und Endokrine Chirurgie (Prof. Dr. Jörg Kleeff), Dermatologie und Venerologie (Prof. Dr. Cord Sunderkötter), Radiologie (Prof. Dr. Dr. Walter A. Wohlgemuth), Innere Medizin I (Prof. Dr. Patrick Michl) und Innere Medizin III (Prof. Dr. Ulrich Hofmann), Pädiatrie I (PD. Dr. Roland Haase) und Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin (Prof. Dr. Michael Bucher) sowie im Department für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie (Prof. Dr. Karl-Stefan Delank) mitarbeiten und praktische Erfahrungen sammeln. Außerdem besuchen sie in den ersten beiden Wochen täglich einen Deutschkurs. Auch in diesem Jahr engagiert sich Prof. Albert Krause und unternimmt mit den Gästen eine Tour durch Halle sowie eine Fahrt nach Weimar.

Zum dreizehnten Mal absolvieren polnische Studierende am halleschen Universitätsklinikum ihre Famulatur. Insgesamt waren seit 2005 mehr als 70 polnische Medizinstudierende in Halle zu Gast.

1975 initiierten der mittlerweile verstorbene Professor Dr. Dr. h. c. Jan Hasik aus Poznań und Professor Dr. Dr. h. c. Seige aus Halle die Zusammenarbeit zwischen der Medizinischen Universität „Karol Marcinkowski“, Poznań und der Medizinischen Fakultät Halle. Seither treffen sich die Wissenschaftler zudem alle zwei Jahre wechselseitig bei Symposien in Poznań und Halle, um Forschungsergebnisse auszutauschen.

Associate Professor Sona Sargsyan arbeitet in Halle an einem Sprachverstehen-Test auf Armenisch.

Bereits zum zweiten Mal für einen dreimonatigen Aufenthalt ist Associate Professor Sona Sargsyan von der Staatlichen Universität Jerewan in Armenien an der Klinik zu Gast. Die Hals-Nasen-Ohrenärztin forscht gemeinsam mit halleschen Kollegen an einem Sprachhörtest in ihrer Muttersprache. „So etwas gibt es bisher in Armenien nicht, es entsteht also völlig neues Material für die Diagnostik von Hörstörungen. Und es wird Zeit dafür“, sagt sie. Doch nicht nur den Menschen in Armenien helfe dieser Test, sondern allen weltweit, die Armenisch als Muttersprache haben. Sargsyan nennt es die „armenische Diaspora“.

Es gehe darum, das Hör- und Sprachvermögen zu testen, um den Bedarf von Hörhilfen zu ermitteln oder beispielsweise Hörgeräte besser zu programmieren. „Es geht darum herauszufinden, wie gut Menschen Sprache verstehen. Wir nutzen dazu einzelne Wörter und Zahlen, aber auch komplette Sätze. Solche Tests gab es bisher nicht“, sagt sie. Damit könne getestet werden, ob Hörstörungen vorliegen und welche das seien. Solche Tests gebe es für Kinder und Erwachsene, im hiesigen Fall sei er aber zunächst für Erwachsene konzipiert.

Daher werde der Hörtest neben einer geräuschlosen auch in einer geräuschvollen Umgebung durchgeführt. „Es kommt häufig vor, dass Menschen vor allem dann Probleme haben, wenn es um sie herum laut ist oder viele Geräusche zusammenkommen“, erklärt Sargsyan. Zunächst werde der vorläufige Test an der HNO-Klinik am halleschen Universitätsklinikum durchgeführt und wenn sie zurückkehre dann auch in Armenien.

Erstmals war Prof. Sargsyan 2013 über den DAAD in Halle, hatte an einem Forschungsprojekt mitgearbeitet und war an einer Publikation mit den halleschen Kollegen beteiligt. „Sie war uns damals schon positiv aufgefallen“, sagt apl. Prof. Torsten Rahne. Seitdem ist der Kontakt zwischen Halle und Jerewan nicht abgerissen. Rahne besuchte im vergangenen Jahr Sargsyans Universität in Armenien und hat dort Kurse gegeben. „Es ist uns wichtig, Ländern zu helfen, die es nicht so gut haben“, sagt Rahne, der auch im aktuellen Fall das Projekt leitet, an dem Sargsyan arbeitet. „Ich erhalte von Prof. Rahne und Prof. Plontke sehr viel Unterstützung. Und ich als Spezialistin bin dem DAAD für diese einzigartige Chance sehr dankbar, denn damit kann ich auch die Behandlung der Menschen in Armenien verbessern“, sagt die junge Frau, die neben ihrer Muttersprache auch Russisch und Englisch spricht und nun noch Deutsch lernt.

Sie könne sich auch sehr gut einen weiteren Besuch in Deutschland vorstellen, denn: „Die Kollegen hier sind hochqualifiziert und ich kann für mein Fachgebiet viel lernen“.

Proteinzentrum Halle: Ministerin Wanka übergibt Forschungsbau

Sie hatten sichtlich Spaß bei der Schlüsselübergabe (von links): Rektor Udo Sträter, Milton Stubbs, Bundesministerin Johanna Wanka und Finanzminister André Schröder
Foto: Uni Halle/Maike Glöckner

Die schwarze Fassade ist frisch geputzt und glänzt im Sonnenschein. Bauzäune sind einem neuen Parkplatz gewichen und vor dem Gebäude sind Bänke und Tische aufgebaut. Schließlich gab es an diesem 28. August etwas zu feiern: Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka hat das fertiggestellte Proteinforschungszentrum „Charles Tanford“ an die Uni Halle übergeben.

Bei bestem Sommerwetter empfing der Rektor der Uni Halle Prof. Dr. Udo Sträter die Bundesbildungsministerin vor dem Neubau am Weinberg-Campus. Zahlreiche Gäste waren zu der feierlichen Übergabe gekommen, etwa Abgeordnete des Deutschen Bundestags, des Landtags, Vertreter aus den Ministerien und der außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Halle – und natürlich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die künftig im Proteinzentrum arbeiten werden. Im ansonsten noch recht kahlen Eingangsbereich informierten sie auf Postern über ihre Forschungsarbeit.

In seiner kurzen Begrüßung dankte Rektor Sträter allen, die den Bau ermöglicht und unterstützt hatten. Seine Anerkennung galt vor allem dem ehemaligen Rektor Prof. Dr. Wulf Diepenbrock, dem ehemaligen Kanzler Dr. Martin Hecht und von Seiten der Wissenschaftler Prof. Dr. Elmar Wahle vom Institut für Biochemie und Biotechnologie. Denn ihrer Initiative ist der Neubau erwachsen. „Die Übergabe steht ganz im Zeichen des 200-jährigen Jubiläums der Vereinigung der Universitäten Halle und Wittenberg. Denn bisher hat die Universität zu jedem großen Jubiläum einen Neubau fertig gestellt“, sagte Sträter. So wurden 1904 zum 200-jährigen Jubiläum der Universität Halle das Melanchthonianum und 2002 zum 500-jährigen Bestehen der Universität Wittenberg das Auditorium Maximum errichtet.

Nach dem Rektor übernahm Bundesministerin Johanna Wanka das Wort und hob die Leistungen der halleschen Universität hervor: „Um von Bund und Ländern für einen Forschungsneubau gefördert zu werden, muss dort Spitzenleistung erbracht werden. Es spricht also für die Leistungsfähigkeit Halles, dass sich der Bau in der Bewerbung durchsetzen konnte.“ Halle habe sich in den letzten Jahren zu einem international sichtbaren Standort für Proteinforschung entwickelt, so die Ministerin. Aus ihrer Sicht sei der Standort am Weinberg-Campus ein großer Vorteil für das Zentrum. Zum einen befinde sich das Zentrum in unmittelbarer Nähe zu den naturwissenschaftlichen Instituten und zum anderen sei im Gebäude aufgrund der kurzen Wege die Vernetzung nun noch einfacher. Continue reading

Zwei internationale Tagungen der Universitätsmedizin finden derzeit in Halle statt

Gleich zwei internationale Veranstaltungen der Universitätsmedizin finden derzeit in Halle statt. Zum einen tauschen sich im Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik Experten noch bis diesen Freitag bei der DAAD Summer School „Chronic diseases epidemiology in the context of SDGs from a public health point of view“ zum Thema chronische Krankheiten in Entwicklungs- und Schwellenländern aus. Zum anderen treffen sich im Löwengebäude der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Wissenschaftler auf der Jahrestagung der Gesellschaft ISOTT (International Society on Oxygen Transport to Tissue), die die neuesten Erkenntnisse zum Sauerstofftransport aus der Atemluft bis hin zu den verbrauchenden Zellen diskutieren. Diese Tagung geht heute zu Ende. Continue reading

DAAD Summer School zum Thema Chronische Krankheiten in armen Ländern findet in Halle statt

Die Kooperation mit der Universität von Addis Abeba in Äthiopien ist eine, die intensiv gelebt wird. Regelmäßig sind hallesche Wissenschaftler in der afrikanischen Stadt zu Gast; genauso häufig sind aber auch die Besuche der Äthiopier in Halle. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unterstützt die Partnerschaft bereits seit vielen Jahren und ermöglicht nun auch in der kommenden Woche die „DAAD Summer School –  Chronic diseases epidemiology in the context of SDGs from a public health point of view“ in Halle.

Vom 21. bis 25. August 2017 tauschen sich Wissenschaftler im Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik (IMEBI) der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zum Thema aus. Das heißt, es geht darum, die Ursachen, die Verbreitung und die Folgen chronischer Krankheiten in Afrika zu betrachten. „Chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Diabetes bilden eine große Last für das ohnehin schon stark belastete Gesundheitssystem in Ländern mit mittleren oder niedrigen Einkommen“, erläutert Dr. Eva Kantelhardt, die die Summer School in Halle organisiert und seit Jahren die Kooperation mit Addis Abeba pflegt. Die meisten dieser Länder hätten schon mehr als genug damit zu tun, übertragbare Krankheiten, Mangelernährung oder Müttersterblichkeit und Kindergesundheitsfürsorge zu bewältigen. Des Weiteren würde chronischen Krankheiten in der öffentlichen Gesundheitsversorgung kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Continue reading

Auf Du und Du mit „Thea“

Sie ist ja schon sehr niedlich, die kleine Roboterdame der Stabsstelle Pflegeforschung der Universitätsmedizin Halle (Saale). Davon konnte sich auch Cornelia Lüddemann, Fraktionsvorsitzende der Partei Bündnis90/Die Grünen im sachsen-anhaltischen Landtag, überzeugen. Auf die Frage „How are you?“ von Lüddemann antwortete „Thea“ mit „I’m supergood“. Auch ein höfliches Handschütteln kann der Roboter (Foto rechts) und das Über-den-Kopf-Streichen mag das weiße, sich selbst als „1,20 Meter großer, humanoider Roboter“ beschreibende Gerät ebenfalls sehr gern.

 

Thea ist eigentlich ein Roboter des Typs „Pepper“, wurde aber von den Beteiligten der „Autonomie im Alter“-Projekte umgetauft in Anlehnung an das Dorothea Erxleben Lernzentrum, wo sie zuhause ist. Lüddemann hatte in der Presse von den Projekten der halleschen Universitätsmedizin gelesen und daher den Kontakt gesucht, um mehr zu erfahren.

Im Projekt FORMAT steht unter anderem die robotergestützte Assistenz im Forschungsfokus. Wie FORMAT werden noch vier weitere „AiA“-Projekte vom Land und der EU gefördert – insgesamt mit 2,3 Millionen Euro. Sinn ist, forschungsbasierte Lösungen zu finden und in die Praxis zu überführen, die den Herausforderungen der älter werdenden Gesellschaft begegnen. Continue reading

Rundgang im neuen Proteinzentrum

Das Proteinzentrum von außen: Die Fassade ist bereits fertig.

Die Bauzäune und die teils aufgerissenen Straßen rings um das neue Proteinzentrum verraten es: Hier wird gebaut. Und auch in dem Gebäude  sind zahlreiche Handwerker zugange. Sie installieren die Haustechnik, verlegen Kabel und statten die insgesamt 125 Labore und 62 Büros mit ihrer Grundeinrichtung aus. Der Bund und das Land Sachsen-Anhalt investieren gemeinsam rund 40 Millionen Euro in den neuen Forschungsbau. Künftig werden im Proteinzentrum 255 Beschäftige aus zwölf Arbeitsgruppen der Medizinischen Fakultät sowie der Naturwissenschaftlichen Fakultäten I und II ansässig sein und gemeinsam aktuelle Fragen der Proteinbiochemie bearbeiten. Je vier Arbeitsgruppen teilen sich eines der drei Obergeschosse.

Das Geld sei am Weinberg-Campus gut investiert, sagt Rektor Prof. Dr. Udo Sträter: „Das Proteinzentrum wird den Forschungsschwerpunkt in den Molekularen Biowissenschaften nachhaltig stärken. Kooperationen zwischen den beteiligten Fakultäten, wie sie bereits heute erfolgreich praktiziert werden, lassen sich durch die moderne Forschungsinfrastruktur und die räumliche Nähe künftig noch weiter vertiefen.“ Er selbst war zuletzt bei der Grundsteinlegung für das neue Forschungszentrum im Dezember 2014 vor Ort.

Was seitdem alles geschehen ist, zeigt Frank Sauerländer, Projektleiter für das Proteinzentrum seitens der Universität, auf seinem Rundgang: Er führt zunächst durch die Räume im Erdgeschoss, wo sich vor allem Besprechungs- und Lagerräume befinden. Aber auch moderne Kernspinresonanz-Spektroskope werden hier im nächsten Sommer ihr Zuhause finden. „Aufgrund ihrer extrem starken Magnetfelder müssen die Spektroskope in einen Raum gesetzt werden, der möglichst weit von den anderen Gerätschaften entfernt ist, damit diese nicht beeinflusst werden“, erklärt Sauerländer. Continue reading

Publikationsstärkste Wissenschaftler des akademischen Mittelbaus ausgezeichnet

Die publikationsstärksten zehn Wissenschaftler des sogenannten akademischen Mittelbaus sind in der jüngsten Sitzung des Fakultätsrates ausgezeichnet worden. Jeder von ihnen erhält 10.000 Euro für die Forschung im Jahr 2018, insgesamt werden somit 100.000 Euro ausgereicht. Damit sollen die Leistung dieser Mitarbeiter der Universitätsmedizin Halle (Saale) stärker wahrgenommen und gewürdigt und sie an den Bonusmitteln für die Einrichtungen beteiligt werden.

Die Top Ten sind (in alphabetischer Reihenfolge):

Dr. Jessica Lilian Bell (Institut für Molekulare Medizin)
apl. Prof. Dr. Jürgen Dittmer (Universitäts- und Poliklinik für Gynäkologie)
Dr. Simon Jasinski-Bergner (Institut für Anatomie und Zellbiologie, zuvor Institut für Immunologie)
apl. Prof. Dr. Kerstin Lorenz (Universitäts- und Poliklinik für Viszerale, Gefäß- und Endokrine Chirurgie)
Dr. Irene Moor (Institut für Medizinische Soziologie)
apl. Prof. Dr. Torsten Rahne (Universitäts- und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie)
apl. Prof. Dr. Martin S. Staege (Universitäts- und Poliklinik für Pädiatrie I)
PD Dr. Susanne Unverzagt (Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik)
apl. Prof. Dr. Johannes Wohlrab (Universitäts- und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie)
PD Dr. Dieter Worlitzsch (Stabsstelle Krankenhaushygiene)

Die Einrichtungen der Universitätsmedizin werden jährlich evaluiert, um die Leistungsorientierte Mittelverteilung (LOM) für Forschung zu ermitteln. Dabei werden die Publikationsleistungen, auch personenbezogen, analysiert und über einen 3-Jahreszeitraum ausgewertet. Im Falle der nun ausgezeichneten Wissenschaftler wurde die Publikationsleistung aus den Jahren 2013 bis 2015 berücksichtigt. Einbezogen werden zudem die anteiligen und kumulativen Impact-Faktoren der Publikationen sowie das Ranking nach anteiligem Impact-Faktor.