Zwei internationale Tagungen der Universitätsmedizin finden derzeit in Halle statt

Gleich zwei internationale Veranstaltungen der Universitätsmedizin finden derzeit in Halle statt. Zum einen tauschen sich im Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik Experten noch bis diesen Freitag bei der DAAD Summer School „Chronic diseases epidemiology in the context of SDGs from a public health point of view“ zum Thema chronische Krankheiten in Entwicklungs- und Schwellenländern aus. Zum anderen treffen sich im Löwengebäude der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Wissenschaftler auf der Jahrestagung der Gesellschaft ISOTT (International Society on Oxygen Transport to Tissue), die die neuesten Erkenntnisse zum Sauerstofftransport aus der Atemluft bis hin zu den verbrauchenden Zellen diskutieren. Diese Tagung geht heute zu Ende.

Im Rahmen der Summ School sprach unter anderem Dr. Rajiv Chowdhury von der Universität Cambridge (Großbritannien) über die Akteure und Unterschiede in den verschiedenen Gesundheitssystemen der Welt. Vor allem der Zugang zu medizinischer Versorgung aus finanzieller und logistischer Sicht spielte dabei eine Rolle. Das hat insofern Relevanz, weil insbesondere Länder mit geringeren und mittleren Einkommen oft doppelt belastet sind: Einerseits müssen sie mit übertragbaren Krankheiten oder Mangelernährung zurechtkommen, womit sie schon sehr zu kämpfen haben, andererseits belasten auch chronische Erkrankungen wie Krebs oder Diabetes die Menschen in diesen Ländern, die jedoch in der Behandlung wenig Beachtung finden.

Zu Gast sind bei der Summer School, die einen weiteren Punkt in der jahrelangen intensiven Kooperation mit diesem Land bildet, vor allem Wissenschaftler aus Äthiopien, weil dieses Land zu denen gehört, deren Gesundheitsversorgung mit den genannten Herausforderungen umgehen muss. Aber auch Vertreter aus Ghana sowie der Universitätsmedizin Halle (Saale) nehmen an der Summer School teil.

Die Teilnehmer der DAAD Summer School am IMEBI

Doch wie Chowdhury für Sri Lanka zeigte, aber auch eine chinesische Teilnehmerin berichtete, ändern sich einige Gesundheitssysteme und Versorgungsstrukturen hin zu einer gut erreichbaren und auch erschwinglichen Versorgung, weil sich die jeweiligen Staaten eine Verbesserung der Strukturen auf die Fahnen geschrieben haben.
(Das weitere Programm der Summer School kann auf den Seiten der Universitätsklinik und Poliklinik für Gynäkologie heruntergeladen werden.)

Während der Jahrestagung der Fachgesellschaft ISOTT sind insgesamt 63 Vorträge zu hören gewesen und 42 wissenschaftliche Poster präsentiert worden. Des Weiteren gab es Übersichtsvorträge, die von acht renommierten nationalen und internationalen Wissenschaftlern gehalten wurden und den Stand des Wissens in wichtigen medizinischen und klinischen Bereichen aufzeigen. Der Eröffnungsvortrag der Tagung am 19. August blickte sogar über den Tellerrand hinaus und befasste sich mit der Rolle des Sauerstoffs für Pflanzen. Die Beiträge der Tagung werden wie jedes Jahr als Buch in der wissenschaftlichen Reihe „Advances in Experimental Medicine and Biology“ (Springer-Verlag) veröffentlicht.

Die Teilnehmer sind aus 15 Ländern angereist, worunter neben europäischen Ländern wie Großbritannien, Schweden und Schweiz auch Japan, Kanada, China, die USA, Australien oder Korea zu finden sind.

Die ISOTT-Jahrestagung findet im Löwengebäude der Universität Halle statt.
Bilder: Fotostelle UKH

Den Abschluss bildet am heutigen 23. August das festliche Bankett in der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. In dessen Rahmen wird auch der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert, indem gleich 13 Wissenschaftspreise verliehen werden. Der renommierteste Preis ist hierbei der Melvin-H.-Knisely-Award, benannt nach einem Wegbereiter der Mikrozirkulationsforschung, der sich an Post-Doc-Wissenschaftler bis zum 40. Lebensjahr richtet. Daneben werden der Britton-Chance-Award (bis 35 Jahre) und der Dietrich-Lübbers-Award (bis 30 Jahre) vergeben. Schließlich lobt die Gesellschaft noch zehn Duane-Bruley-Travel-Awards aus, die Doktoranden und Studierenden die Teilnahme an der Jahrestagung ermöglichen sollen.

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