Universitätsmedizin Halle betreut Fußball-Aufsteiger vom FC Carl Zeiss Jena

Wenn Menschen in bunten Sporttrikots durchs Universitätsklinikum Halle (Saale) laufen, haben sie meist ein bestimmtes Ziel: Das Forschungslabor des Departments für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie (DOUW) unter Leitung von apl. Prof. Dr. René Schwesig. So auch an den vergangenen beiden Tagen. Da stand die sportmedizinische Untersuchung der Fußballer vom FC Carl Zeiss Jena an, die jüngst den Aufstieg in die dritte Liga geschafft haben.

Die Universitätsmedizin Halle (Saale) ist offizieller Kooperationspartner des Fußballvereins. Im Laufe der vergangenen Saison haben die Fußballer bereits drei Tests absolviert, die aber hauptsächlich der Ausdauerdiagnostik dienten, wie der Laufbandstufentest. Die Erkenntnisse sind entsprechend ins Training eingeflossen.

Stürmer Manfred Starke beim Belastungs-EKG  | Fotos: Fotostelle UKH

„In der dritten Liga sind aber laut Deutschem Fußballbund zudem sportmedizinische Untersuchungen wie Belastungs-EKG oder Blutuntersuchungen Pflicht und dafür ist als Internist Oberarzt Frank Noack von der Klinik für Innere Medizin I mit im Boot“, sagt Schwesig. In vier Gruppen an zwei Tagen sind 22 Spieler in den „Genuss“ der Untersuchungen gekommen. Vorläufiges Fazit: Sie sind in guter gesundheitlicher Verfassung.

Und auch in sportlicher Hinsicht zeigt sich Schwesig zufrieden: „Das Leistungsniveau der Spieler ist über die Saison relativ stabil geblieben. Normalerweise beobachtet man ein Abfallen zum Saisonende hin. Sie sind auf jeden Fall fit genug für die dritte Liga. Allerdings gibt es zum Beispiel bezüglich der Rumpfstabilität oder der Lauftechnik noch Reserven.“

Maximilian Weiß ist zur Analyse des Laufstils auf dem Laufband unterwegs.

Mithilfe der Analyse des Laufstils werden des Weiteren für jeden einzelnen Spieler Empfehlungen gegeben, damit dieser einerseits seine Leistung effizienter nutzen kann, andererseits aber auch das Verletzungsrisiko gesenkt wird.

„Der Verein ist offen für die wissenschaftliche Begleitung der Mannschaft und hinterfragt, was an Verbesserungen noch erreicht werden kann. Das zeigt sich schon daran, dass der Trainer selbst

Der „Plank“, bei dem Maximilian Schlegel, Maximilian Weiß und Dominik Bock (v.l.) einige Minuten durchgehalten haben, ist eine bekannte Übung zur Rumpfstabilisierung.

während der Untersuchungen vorbeigeschaut und sich informiert hat. Unsere Analysen dienen ja schließlich auch der Überprüfung der Trainingsmethoden“, sagt Schwesig. Dazu zählen auch wissenschaftlich fundierte Tipps wie eine intensivere Erwärmung, die auch Übungen für die Bauch- und Rumpfmuskulatur enthalten sollte sowie der direkt nach dem Training mittels Auslaufen erfolgende Laktatabbau. „Die gängige Meinung ist, dass das erst am nächsten Tag gemacht wird, aber eigentlich muss das gleich erfolgen“, so Schwesig.

Neue Ansätze in der Erforschung des „McArdle“-Syndroms am UKH

Der Molekularbiologe Dr. Pushpa Raj Joshi forscht seit seinem Studium am McArdle-Syndrom. Auch in seiner Arbeit im Muskellabor der Universitäts- und Poliklinik für Neurologie (Direktor: Prof. Dr. Stephan Zierz) am Universitätsklinikum Halle (Saale) gehört diese Erkrankung, eine der häufigsten neuro-muskulären Erkrankungen, zu seinem primären Forschungsgebiet.

Nach einem Jahr hat Joshi nun das berufsbegleitende Weiterbildungsprogramm „Global Clinical Scholars Research“ an der renommierten Harvard Medical School in Boston (USA) abgeschlossen. „Das Programm war international besetzt und ich habe dabei viele sehr gute Wissenschaftler kennengelernt. Die meisten Veranstaltungen liefen online mit 85 Webinaren und zwei Workshops in London sowie ein Workshop in Boston. Den Abschluss bildeten nun im Juni ein einwöchiges Kolloquium und die ‚Graduation‘-Feier in Boston“, sagt Joshi.

Dr. Pushpa Raj Joshi (2.v.r.) bei seiner „Graduation“ in Boston

Neben den Modulprüfungen war das Erstellen eines Projektantrags Bestandteil für den Abschluss des Programms. Sein Projektthema „Effect of lactulose in treatment of McArdle disease“ wurde dabei als eines der besten Zehn von 120 bewertet. „Die Idee ist zu erforschen, inwieweit Lactulose bei der Therapie des McArdle-Syndroms helfen kann. Dabei handelt es sich um einen synthetischen Zweifachzucker. Bei bestimmten Lebererkrankungen werden Lactulose-Präparate bereits eingesetzt und haben dort Verbesserungen gezeigt“, so Joshi. Continue reading

Von der digitalen in die reale Welt: New Yorker Studenten lernen hallesches Anatomie-Institut kennen

Shaheen und Brandon (v.l.) aus den USA sind derzeit am Institut für Anatomie zu Gast.

So ganz unbekannt war den beiden New Yorker Medizinstudenten Brandon Mogrovejo und Shaheen Malick Halle nicht. Allerdings kannten sie es bisher nur aus den Konferenzen über die Laptop-Kameras und es reichte dementsprechend über einige Räume und den Präpariersaal des Instituts für Anatomie und Zellbiologie nicht hinaus. Denn beide gehören zu Studierenden eines Projekts zwischen dem Institut der MLU und der Columbia University New York, die im vergangenen Jahr parallel an ihren jeweiligen Unis ihren Präparierkurs absolviert und sich darüber international mittels Skype ausgetauscht haben. Auch Studierende der Universität von Kyoto in Japan waren daran beteiligt.

Aus der digitalen Welt wurde nun für die beiden New Yorker die reale Welt. Noch bis zum 8. Juli sind sie am halleschen Institut in der Arbeitsgruppe von Professorin Dr. Heike Kielstein zu Gast. „Es war ein glücklicher Zufall. Uns wurde in New York angeboten, an dem Skype-Projekt teilzunehmen und danach sind wir gefragt worden, ob wir ins Ausland gehen möchten“, erzählt der 23 Jahre alte Brandon. Er war das letzte Mal als kleines Kind in Europa, genauer in Spanien, und seither nicht mehr. Nach seinem Aufenthalt in Halle geht es für ihn zudem noch nach Kyoto. Für Shaheen ist es auch der zweite Aufenthalt in Europa. Continue reading

Neuer Medialog Wissenschaft erschienen

Das erste Heft 2017 des „Medialog Wissenschaft“ ist erschienen. Der Fokus des aktuellen Heftes liegt auf der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses der Universitätsmedizin Halle (Saale). Damit verbunden ist der „Masterplan Medizinstudium 2020“ mit einigen Veränderungen, die sich auf das Medizinstudium und die Ausbildungsinhalte auswirken. Wie die Medizinische Fakultät Halle diesen Herausforderungen bereits heute begegnet, erklärt der Dekan, Prof. Dr. Michael Gekle, in einem Beitrag.  Daran knüpft das Interview mit dem Prodekan für Nachwuchsförderung, Prof. Dr. Michael Bucher, und dem Studiendekan Prof. Dr. Matthias Girndt an, die auch darauf eingehen, welche Förderprogramme die Medizinische Fakultät für eine wissenschaftliche Karriere bereithält.

Dass die Anliegen der wissenschaftlichen Mitarbeiter ernstgenommen werden, erläutert der Beitrag zur neuen Leitlinie für Transparenz bei der Personalentwicklung.

Zudem blicken wir auf den ersten Jahrgang der „Klasse Allgemeinmedizin“, der diese nun abgeschlossen hat und deren Teilnehmer ins Praktische Jahr starten und auf das DFG-Projekt „Gesund durchs Medizinstudium“. Des Weiteren erzählen PD Dr. Lutz Müller und Prof. Dr. Claudia Wickenhauser, wie ihr wissenschaftlicher Weg ausgesehen hat und stellen neuberufene Professoren vor.

Das Heft als pdf ist hier zu finden (Ausgabe 1/2017).