PETA lobt fortschrittliche Lehrmethoden der Medizinischen Fakultät

Die Tierrechtsorganisation PETA hat die Medizinische Fakultät der Universität Halle als richtungsweisendes Beispiel für den Verzicht auf lebende oder tote Tiere in der Lehre gelobt. In einem Schreiben an 126 Fakultäten lebenswissenschaftlicher Studiengänge hatte die Organisation um Informationen über ihre Lehrmethoden gebeten. Daraufhin teilte die Medizinische Fakultät in Halle PETA mit, dass in der hiesigen Lehre Alternativen zum Einsatz kommen. Damit setzt die Fakultät laut PETA ein klares Zeichen für den Tierschutz.

Die Tierrechtsorganisation fordert nun auch andere Universitäten auf, dem halleschen Beispiel zu folgen und eine tierfreundliche Lehre zu etablieren.

Mediziner-DJ-Duo sichert sich die Goldene Stimmgabel bei „Mein Prof ist ein DJ“

Manchmal werden Wünsche wahr: Prof. Dr. Heike Kielstein hatte im Vorhinein geäußert, dass es toll wäre, wenn sie und Dr. Dietrich Stoevesandt es schaffen könnten, bei der „Mein Prof ist ein DJ“-Professorennacht in Halle die Goldene Stimmgabel zu holen. Dort hatten neben weiteren Kollegen anderer hallescher Universitätsinstitute auch die beiden Mediziner aufgelegt. Und die Titel-Mischung des Duos traf offensichtlich den Nerv des Publikums, das sogar in bester Fanmanier Plakate vorbereitet hatte und die beiden DJs lautstark empfing. Die Musik der beiden Mediziner bestand aus modernen Titeln (Paul Kalkbrenner, Underworld, Massive Attack) ebenso wie aus Oldies. Den Anfang machte „Just can’t get enough“ von Depeche Mode.

Am Ende standen Prof. Kielstein und Dr. Stoevesandt als Sieger fest und haben damit erstmals seit Jahren die Juristen vom Thron geschubst, die sonst in der Gunst des Partyvolkes ganz vorn lagen.

In der Schorre in Halle hatten am Donnerstagabend rund 1700 Studierende zu den DJ-Sets ihrer Professoren sowie diversen professionellen DJs getanzt.

Ein paar Eindrücke:

Auf Facebook gibt es zudem auch Videos der Professorennacht zu sehen.

Vorträge, Speed-Dating und Postersessions: Medizinstudierende präsentieren sich beim 3. Doktoranden-Kongress

Der 3. Doktoranden-Kongress ist Geschichte und damit Posterpräsentationen, das erste wissenschaftliche Speed-Dating und zahlreiche Vorträge. Außerdem stehen somit auch die Preisträger für die besten Vorträge und die besten Posterpräsentationen fest.

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Zwei der vier Preisträger, Philipp Kiosze und Kristin Reinhardt, eingerahmt Prof. Michael Bucher, Prodekan für Nachwuchsförderung (links) und Prof. Michael Gekle, Dekan der Medizinischen Fakultät                                                                                                                           Foto: Fotostelle UKH

Den besten Vortrag unter den Studierenden hat Philipp Kiosze (Institut für Geschichte und Ethik der Medizin) gehalten. Bei den Graduierten ist die Preisträgerin Eva Susanne Deutrich (Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik). Der Preis ist mit jeweils 300 Euro dotiert.

Für die besten Posterpräsentationen sind Kristin Reinhardt (Universitätsklinik und Poliklinik für Gynäkologie) in der Rubrik Studierende sowie Jovita Schiller (Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik) in der Rubrik Graduierte ausgezeichnet worden. Sie erhielten dafür jeweils 200 Euro. Im Rahmen der feierlichen Verleihung der Promotionsurkunden am Samstag im Löwengebäude der Universität Halle haben auch die Preisträger ihre Urkunden erhalten. Continue reading

„Mein Prof ist ein DJ“: Uni-Mediziner legen in der Schorre auf

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Bei der Professorennacht sind die Dozenten die DJs – hier links im Bild Prof. Paxton (Biologie) im Jahr 2011. Archivbild: Maike Glöckner

Sie können auch anders! Wer Dr. Dietrich Stoevesandt, Radiologe und Leiter des Skills Labs, und Prof. Dr. Heike Kielstein, kommissarische Direktorin des Instituts für Anatomie und Zellbiologe, mal als DJ erleben möchte, sollte sich die Professoren-Nacht in der Schorre in Halle an diesem Donnerstag (19.11.) nicht entgehen lassen. Sowohl Prof. Kielstein, die an dem Abend die einzige DJane sein wird, als auch Dr. Stoevesandt legen dort zum ersten Mal auf. Sie und ihre Dozenten-Kollegen von anderen Uni-Instituten sind jeweils eine halbe Stunde zu hören, zudem sind professionelle DJs am Start.

Was werden die Tanzwütigen von Ihnen zu hören bekommen und wie sind Sie auf diese Wahl gekommen?

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Dr. Stoevesandt:
Ich habe beispielsweise Paul Kalkbrenner und Underworld dabei. Eine Mitarbeiterin riet mir, Titel zu wählen, die ich selber mag und die tanzbar sind. Es sind zum Beispiel Lieder, die ich zum Joggen gehört habe.

 

 

Prof. Kielstein: Bei mir ist es eine bunte Mischung. Es sind Liedempfehlungen meiner vier Söhne (zwischen 10 und 14 Jahre alt), aber auch Oldies von mir. Und dann kommen ja bei unserem Auftritt auch noch die Titel von Dr. Stoevesandt dazu. Aber uns wurde gesagt, dass alle unsere Wünsche für unsere Auftrittszeit untergebracht werden können.

 

Was hat Sie bewogen mitzumachen und sind Sie nervös?

Dr. Stoevesandt: Nervös bin ich nicht. Zwar bin ich zum ersten Mal bei der Professorennacht dabei, aber ich hatte vorher schon Gastauftritte beim Medi-Fasching. Diese studentischen Veranstaltungen finde ich gut, deswegen mache ich da auch mit. Dabei muss ich am Freitag wieder ganz normal arbeiten (lacht).

Prof. Kielstein: Ich bin öfter bei Veranstaltungen die einzige Frau, das macht mich also nicht nervös, obwohl es natürlich toll wäre, wenn noch weitere Frauen als DJanes dabei wären. Aber etwas nervös macht mich, dass die Studierenden mich ja dann in einer ganz anderen Lage sehen als sonst. Und ich die Studierenden ja auch anders erleben werde als an der Uni. Dr. Stoevesandt und ich haben jeweils unabhängig voneinander und unwissentlich gesagt, dass wir mitmachen, wenn der jeweils andere auch mitmacht. Das war sehr lustig und deswegen legen wir nun auf. Und vielleicht schaffen wir es ja diesmal, dass die Uni-Medizin den ersten und nicht den zweiten Platz bei der Bewertung macht.

Wie steht es denn um Ihre eigene Disco-Erfahrung?

Dr. Stoevesandt: Im Studium hatte ich anderes zu tun, ich war schon eher ein Streber (lacht). Ich gehe aber auch heute noch ganz selten zu solchen Veranstaltungen und wenn dann eben zum Beispiel zum Medi-Fasching.

Prof. Kielstein: Streberin war ich in der Schule, aber später an der Uni war ich regelmäßiger Gast in den einschlägen Clubs und Lokalitäten in Hannover (lacht). Das Studium kam trotzdem nicht zu kurz, ich habe das gut verbinden können.

 

Die Professorennacht findet diesen Donnerstag (19.11.) in der Schorre in Halle, Willy-Brandt-Straße 78, statt. Beginn ist 22 Uhr. Karten im Vorverkauf sind bei Thalia, der Björn-Schulz-Stiftung, Clever Fit (jeweils 8 Euro) oder bei den Fachschaften (6 Euro) der jeweiligen Dozenten erhältlich. Es gibt laut Veranstalter später nur wenige Karten an der Abendkasse. Weitere Infos und das Programm zur Professorennacht gibt es unter anderem bei Facebook.

Festakt und Erxleben-Lecture würdigten die erste promovierte Ärztin Deutschlands

Kurzweilig, amüsant, wissensreich: So lässt sich die Festveranstaltung anlässlich des 300. Geburtstages von Dorothea Christiane Erxleben am Freitag, 13. November 2015, in der Aula des Löwengebäudes der Universität Halle zusammenfassen. Die Veranstaltung hatten die Medizinische Fakultät sowie die Ärztekammer Sachsen-Anhalt gemeinsam auf die Beine gestellt. Dorothea Erxleben, geboren in Quedlinburg, war die erste Frau Deutschlands, die zur Ärztin promoviert wurde – und zwar an der Universität Halle.

Neben der Begrüßung seitens des Dekans der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Michael Gekle, und Ärztekammerpräsidentin Dr. Simone Heinemann-Meerz richteten Universitätsrektor Prof. Dr. Udo Sträter, Leopoldina-Präsident Prof. Dr. Jörg Hacker sowie die Nobelpreisträgerin und Schirmherrin der neu ins Leben gerufenen Erxleben-Lecture Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard Grußworte an das Publikum. Danach widmete sich ein Vortrag von Prof. Dr. Florian Steger vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Persönlichkeit Dorothea Erxleben.

Neben dem feierlichen Aspekt war der Geburtstag auch Anlass, eine „Erxleben-Lecture“ ins Leben zu rufen. Die erste Lecture hielt  Prof. Dr. Elke Lütjen-Drecoll von der Universität Nürnberg-Erlangen zum Thema „Zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt. Aspekte zur funktionellen Morphologie des Sehorgans“.

Dekan Prof. Michael Gekle mit Prof. Elke Lütjen-Drecoll, die die erste Erxleben-Lecture in Halle hielt.

Dekan Prof. Michael Gekle mit Prof. Elke Lütjen-Drecoll, die die erste Erxleben-Lecture in Halle hielt.

Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion unter Moderation von Dr. Judith Marquardt, Beigeordnete für Kultur und Sport der Stadt Halle, zum Thema Frauen in der Wissenschaft.

Abgerundet wurde das Jubiläum mit dem Theaterstück „Kein Ort.Erxleben“ sowie der Sonderausstellung „‚Daß dieses Geschlecht der Gelahrtheit sich befleisse …‘ – Frauen an der Universität Halle-Wittenberg“. Letzere ist kostenlos und noch bis 24. Januar im Sessionssaal im Löwengebäude zu sehen (Dienstag bis Freitag von 11 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr, Sonntag von 14 bis 18 Uhr; Führungen am 29. November, 20. Dezember und 10. Januar 2016 jeweils 15 Uhr).

 

Hallesche OP-Wochen 2.0

Die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg startet am 16. November 2015 die zweite Runde des im vergangenen Jahr so erfolgreich eingeführten besonderen Projektes, das für Studierende der Medizin in Deutschland einmalig ist. An nunmehr elf Abenden im Zeitraum vom 16. November bis 2. Dezember 2015 zeigen erfahrene Operateure der halleschen Universitätsmedizin typische Operationstechniken aus vielen chirurgischen Fachrichtungen im Rahmen von Live-Operationen oder Interventionen in der Inneren Medizin, die in die Hörsäle übertragen werden.

OP-WochenEingeladen sind alle Studierenden – vom 1. bis zum 12. Semester – und Schülerinnen und Schüler des Ausbildungszentrums. An den Halleschen OP-Wochen beteiligen sich die Universitätskliniken für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Neurochirurgie, Herzchirurgie, Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Gynäkologie,  Urologie, Mund-Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie, Augenheilkunde, Gastroenterologie und Kardiologie.

Die Operationen finden jeweils am frühen Abend statt (Start 17 bzw. 18 Uhr) und werden durch einen erfahrenen Operateur moderiert. Zur Einführung gibt es jeweils eine ausführliche Erklärung über das Krankheitsbild und die angewendeten OP-Techniken. Dabei können die Studierenden Fragen an das OP-Team stellen. Die gesamte Veranstaltung dauert jeweils etwa zwei Stunden.

Die einzelnen Fachgebiete: 16.11. Unfallchirurgie; 17.11. Neurochirurgie; 18.11. Mund-, Kiefer- Gesichtschirurgie; 19.11. Urologie; 23.11. Orthopädie; 24.11. Augenheilkunde; 25.11. Kardiologie; 26.11. Gynäkologie; 30.11. HNO; 1.12. Gastroenterologie; 2.12. Herzchirurgie.

Die einzelnen Termine und Themen sind auch im Forschungskalender hinterlegt.

Weitere Informationen unter: www.hallesche-op-wochen.de und www.uk-halle.de

Posterpreis der Deutschen Gesellschaft für Angiologie und Gefäßmedizin geht nach Halle

Ein Posterpreis der Deutschen Gesellschaft für Angiologie, Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. geht in diesem Jahr an den Arbeitsbereich Angiologie der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III (Direktor: Prof. Dr. Stefan Frantz) in Halle. Die Preisverleihung an  Dr. med. Jana Melms, Fachärztin für Innere Medizin in Weiterbildung zur Angiologin, erfolgte im Rahmen der 44. Jahrestagung der Gesellschaft für Angiologie in Freiburg/Breisgau für ihre Arbeit zum Ehlers-Danlos-Syndrom.

Dr. med. Jana Melms erhielt einen Posterpreis für ihre Forschung zum Ehlers-...

Dr. med. Jana Melms erhielt einen Posterpreis für ihre Forschung zum Ehlers-Danlos-Syndrom.

Dr. Melms, die als Fachärztin für Innere Medizin am Evangelischen Krankenhaus Paul Gerhardt Stift, Klinik für Innere Medizin I (Chefarzt Prof. Dr. P. M. Jehle) in Lutherstadt Wittenberg tätig ist, absolviert im Rahmen ihrer Weiterbildung zur Angiologin eine Hospitation im Schwerpunkt Angiologie am Universitätsklinikum Halle (Saale). Hier beschäftigte sich Dr. Melms unter anderem mit dem Ehlers-Danlos-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von kongenitalen Bindegewebsstörungen, die durch eine vererbte oder de-novo-Mutation von bestimmten Genen mit einer gestörten Kollagenbiosynthese einhergeht. Zurzeit sind in Deutschland etwa 5 000 Menschen mit Ehlers-Danlos-Syndrom bekannt, es wird jedoch mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet. Darüber hinaus haben Betroffene oft einen sehr langen Leidensweg hinter sich, bevor eine präzise Diagnose gestellt wird.

Dr. Melms beschreibt in ihrer Fallvorstellung den sehr seltenen Typ des hypermobilen Ehlers-Danlos-Syndroms, der Tenascin-X-Mutation, einer autosomal-rezessiv vererbten Mutation des TNXB-Gens (6p21). Daraus resultiert eine verminderte bzw. fehlende Synthese von Tenascin-X, welches als ein extrazelluläres Glykoprotein in Haut, Sehnen, Muskeln und Blutgefäßen vorkommt. Sein Mangel führt zu einer gestörten Biosynthese von netzwerkbildendem Typ IV-Kollagen und damit zu einer verminderten Zugfestigkeit der Basalmembran. Klinisch können Symptome wie Überelastizität der Haut, hypermobile Gelenke, Verminderung der Muskelkraft, rasche Ermüdbarkeit der Extremitätenmuskulatur neben diffusen Arthralgien und Myalgien auftreten.

Text: Prof. Dr. Bettina-Maria Taute

Engagement für Krankenversorgung in Nepal

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Ole Hensel mit dem neuen Nepalkalender, dessen Verkaufserlös der medizinischen Versorgung in Nepal zugute kommt.

Hohe Berge mit schneebedeckten Gipfeln, schmale Täler, Berg- und Nebelwälder oder karge Steinwüsten, Tempel mit bunten Wimpelketten, kleine, abgelegene Dörfer, grüne Reisfelder – das ist die romantische Vorstellung von Nepal. Die Realität für die Menschen vor Ort sieht etwas anders aus, da ist die Abgeschiedenheit ein großes Problem. Besonders der Zugang zu medizinischer Versorgung ist schwer, weil Krankenhäuser weit entfernt liegen, es kaum Straßen gibt und lange Distanzen oft zu Fuß zurückgelegt werden müssen.

Ole Hensel im Krankenhaus von Amppipal. (Foto: privat)

Für Ole Hensel, Neurologe am Universitätsklinikum Halle (Saale), ist das Land am Himalaya inzwischen eine Art zweites Zuhause geworden. Regelmäßig arbeitet er in einem Dorfkrankenhaus in Amppipal, das etwa 100 Kilometer nordwestlich von der Hauptstadt Kathmandu liegt. „Zum ersten Mal war ich vor 13 Jahren in Nepal. Seitdem versuche ich, jedes Jahr für etwa vier bis sechs Wochen hinzufliegen“, sagt der Arzt. Dort mache er dann „alles, was anfällt“. Der Verein Nepalmed, zu dessen Vorstand er gehört, unterstützt mehrere Krankenhäuser in dem Land, sowohl in Kathmandu als auch in den abgelegeneren Orten Amppipal, Dolakhal oder Kirtipur. Continue reading